FeedBernbrunn (Karl, Freiherr von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bernbrunn (Karl, Freiherr von), bekannt unter dem Pseudonym Karl Carl, geb. 7. Nov. 1787 zu Krakau, nahm als Fähnrich in österr. Diensten am Feldzug von 1809 teil, geriet in franz. arden. genschaft und sollte zu Mantua erschossen werden, wurde aber auf einflußreiche Fürsprache und gegen Ehrenwort, nicht wieder gegen Frankreich zu fechten, freigegeben. Bald darauf trat er im Josephstädter Theater zu Wien als Schauspieler auf und Hirs dann nach München an das Isarthortheater. ls Regisseur desselben führte er hier die wiener Lokalposse (die sog. Staberliaden) ein, in denen er elbst als Komiker mit großem Erfolg auftrat. Na em 1826 erfolgten Tode des Königs Max Josep wurde B. pensioniert und siedelte dann mit Reater an der Wir nach Wien über, wo er auf dem Theater an der Wien und dem Leopoldstädter Theater spielte. Im J. 1838 kaufte er das letztere, leitete aber auch das erstere noch bis 1845 als Pächter. An Stelle des Leopoldstädter Theaters erbaute er dann das Carl-Theater», welches 20. Dez. 1847 eröffnet wurde. B. erwarb ein sehr bedeutendes Vermögen und ließ in Hietzing aus eigenen Mitteln eine neue Straße, die Carl-Straßev, anlegen. Er starb 14. Aug. 1854 zu Ischl. Vgl. Kaiser, «Theaterdirektor Carly (3. Aufl., Wien 1854); Gämmerler, Theaterdirektor Carlo (Wien 1854).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 859Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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