FeedAbel (Karl von)
GeschichteBrockhaus 1882

Abel (Karl von), bayr. Staatsmann, geb. 17. Sept. 1788 zu Wetzlar als der Sohn eines Professors der Rechtswissenschaft an der bis 1814 dat bestehenden Rechtsschule, besuchte 1806 —9 die Emverslat zu Gießen und die Rechtsschule seiner Vaterstadt und wurde dann 35 manchem Wechsel seiner Amtsverhältnisse 1818 Polizei⸗ und Stadtkommissar zu Bamberg, 1819 Regierungsrat zu München und 1827 Rat im Ministerium des R. nern. Seine polit. Thätigkeit begann er als Regierungskommissar bei dem Landtage von ⁷fH1 wo er %0 entschieden für Preßfreiheit und Aufhebung der Censur aussprach. Als Mitglied der Regentschaft in Griechenland 1832—34 erwarb er sich um die Organisation der Verwaltungsbehörden nicht geringe Verdienste. Hierauf trat er als Ministerialrat bei der Verwaltung des Innern in München ein. A. schloß sich jetzt der ultramontanen Partei an und wußte sich die Gunst Ludwigs I. zu gewinnen. Nach der erfclne f des Fürsten Ottingen-Wallerstein 1837 erfolgte seine Ernennung —r5 Wirkl. Staatsrat; außerdem erhielt er das Ministerium des Innern zunächst provisorisch, im April 1838 definitiv. In dieser Stellung zeigte er sich bald als unbedingter Förderer des Ultramontanismus und als der entschiedenste Feind konstitutioneller Freiheit und Entwickelung. Besonders auf dem Landtage von 1840 sprach er sich mit uner3 10 Leidenschaftlichkeit aus und ließ sich selbst zu eleidigungen gegen seinen Amtsvorgänger hinreißen, was 11. April 1840 zu einem Duell zwischen ihm und dem Fürsten Öttingen-Wallerstein führte. Sein Regiment erweckte im Laufe der Jahre mehr und mehr den Haß der Liberalen und rief die Opposition der Kammer, mehr aber noch die des Reichsrats wach. Am 17. Febr. 1847 erhielt A. mit seinen Kollegen die Entlassung, weil er seine Monte pen zur Indigenatserteilung für Lola ontez verweigerte. A. erhielt nun den Posten eines bayr. Gesandten zu Turin, wo er bis 1848 blieb. Im Sommer 1849 wußten die Ultramontanen seine Wahl für die Zweite Kammer durchzusetzen; doch konnte er keinen Einfluß mehr gewinnen und zog sich hierauf vom polit. Leben zurück. Er starb 3. Sept. 1859 zu München. In der Zeit seiner Gunst war er vom Könige mit dem Gute Stamsried in der Oberpfalz dotiert worden. Den Adel hatte er mit dem Verdienstorden der Bayrischen Krone erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 32Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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