FeedBaumweißling
TierreichBrockhaus 1882

Baumweißling oder Heckenweißling (Pieris erataegi), einer der schlimmsten Wdn diger aus der Gattung Weißling (s. d.), in der Familie der Tagschmetterlinge, in frühern Jahren fast noch verheerender als der Kohlweißling (s. d.) für den Gemüsegarten, aber in neuerer Zeit, infolge mehrfach er Mitt; der Begattungszeit eingetretener ungünstiger Witterung, seltener geworden. Er ist durch ganz Europa verbreitet findet sich aber auch in Asien bis nach Japan. Alle vier Flügel des Schmetterlings sind weiß und von Iuichen Rip5 durchzogen, welche in den chwärzlichen Flügelaum einmünden. tedun.28 ugzeit fällt zwischen Mitte Juni und Mitte Juli. Während dieser Zeit legt das Weibchen bis 200 Cier dicht nebeneinander auf die Oberfläche der Blätter der Apfel⸗, Birn-und Zwetschenbäume, auch des Weiß⸗ und des Schwarzdorns. Die schon Ende August auskommende Raupe ist ausgewachsen an Kopf und Beinen schwarz, sonst bleigrau, oben mit weißlichen Borstenhaaren besetzt und mit drei schwarzen und dazwis wei rotbraunen Längsstreifen bezeichnet. e Räupchen halten sich zusammen und Überwintern, nachdem sie das ihnen zunächst liegende Laub auf ezehrt, in einem gemeinschaftlich angefertigten Gespin te, das nach dem Laubfall wegen der mit eingesponnenen Blätter schon von weitem sichtbar ist. Im Frühijahre ziehen 1 bald aus, weiden die Knospen ab und fertigen sich ein neues, geräumigeres Nest, in das sie sich abends oder bei nasser, kalter Witterung urückziehen. Nach der letzten Häutung wachsen sie ehr schnell. Ist die Witterung dauernd mild geworden, so kehren sie nicht mehr in das Gespinst zurück, halten 6 aber noch eine Zeit lang zufammen, bis sie sich endlich zerstreuen, um si einzeln 2 verpuppen. Die Puppe hängt an der Hintereibsspitze und mitten um den Leib durch einen Faden festgehalten Pand an Zweigen in Zäunen an Baumstämmen, Wänden u. s. w. und ist gel und regelmäßig schwarz punktiert. Beim Austrieen aus der Puppenhülle im Juni lassen die chmetterlinge einen Tropfen roten Saftes fließen, der Veranlassung zur 35 vom Blutregen gegeben 00 Die Gespinste des B. nennt man zum Unterchiede von denen des Goldafters (s. d.) kleine aupennester. Man erwehrt sich dieser Obstbaumschädiger dadurch, daß man im Herbst die Nester mit der Raupenschere abschneidet oder im Frühjahre, der na die Raupen noch beisammen leben, mittels der Raupenfackel verbrennt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 590Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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