FeedBay-Inseln oder Bai-Inseln
GeschichteBrockhaus 1882

Bay-Inseln oder Bai-Inseln, die zur mittelamerik. Republik Honduras 7½½½0 Inseln Roatan, Guanaja oder Bonacca, Borbareta, Helena, Morat, Utilla. Von Guanaja aus soll Columbus 1502 zuerst das centralamerik. Festland entdeckt haben. Die JIudia waren damals von einem ziemlich civilisierten Indianervolke bewohnt. Durch span. Expeditionen von Cuba aus wurden viele der Einwohner als Sklaven sortgeführt; die ubrigen stellten sich unter den Schutz von Cortez. Im 17. Jahrh. wurden die trefflichen Häfen der Inseln zu Schlupfwinkeln der Flibustier oder Bukanier, unter deren grausamem Regiment die Bevölkerung bis auf 400 Seelen zusammenschmolz, die 1642 nach der Festlandküste auswanderten. Hierauf setzte sich eine meist aus Engländern bestehende schaft auf Roatan und Borbareta fest, bis 1650 eine span. Flotte sie vertrieb und die Infeln in Besitz nahm. Als die Engländer 1742 in Mittelamerika Fuß zu fassen suchten und Truxillo besetzt hatten, occupierten sie von dort aus auch Röatan. Der Krieg, in welchen sie dadurch mit Spanien gerieten, wurde 1763 durch einen Vertrag beendet, durch den sich England verpflichtete, alle im Meerbusen von Honduras und auf andern Punkten des span. Gebiets errichtete Befestigungen binnen vier Monaten abzutragen und zu räumen. Dieser Verpflichtung suchte su England in hen Dann die B. durch allerlei Ausüchte zu entziehen. Darüber kam es 1780 zu einem neuen Kriege, und 1782 nahm der Vizekönig von Guatemala die Inseln den unrechtmä igen Besitzern gewaltsam ab. Durch den Friedensschluß von 1783 und den ihn ergänzenden Vertra von 1786 verpflichtete sich England nochmals feier W das Mosquitoland sowie die Festlandküste im allgemeinen und die benachbarten Inseln ohne Ausnahme zu räumen. Seitdem blieben die 2 dur im ungestörten Besitze Spaniens, bis sie 1822 durch die Lostrennung der mittelamerik. Kolonien von Spanien in den esitz der Republik Honduras übergingen. Infolge von Petitionen der Einwohner an den engl. Gouverneur von Jamaica um Einführung einer brit. Kolonialregierung ustat te unter dem Schutze eines Kriegsschiffs die Installation der vom Gouverneur ernannten Beamten, und 20. März 1852 erhob ein königl. Erlaß die Inseln zu einer Kolonie der brit. Krone. Diese Maßnahme ward der Gegenstand einer erbitterten à Etanten nd Kontroverse zwischen den Vereinigten Staaten und England, die 1856 auf dem Punkte stand, in einen offenen Krieg auszubrechen, als ein Ausweg durch den Eintritt der Republik Honduras in die Angelegenheit gefunden ward. Die Republik erklärte, daß sie die einzige rechtmäßige Besitzerin der Ii0 sei, und forderte diese zurück. England glaubte so na 7* zu können, und erklärte sich bereit, d du eln unter gewissen Vorbehalten in Betreff der bürgerlichen Rechtszustände auf denselben an Honduras herauszugeben. Doch der Kongreß von Honduras verwarf die also gestellte Konvention, weil durch die Vorbehalte ein Recht Englands auf die Inseln eingeräumt worden wäre. Es vergingen nun wieder zwei Schi während deren die Unausburnetpan eines Schiffskanals durch Mittelamerika argethan ward. Da hiermit der 2aad diess für die Gewaltthat Englands wegfiel, gab dieses die Inseln ohne Bedingung heraus. Im J. 1860 diente Roatan dem Abenteurer Walker als Sammel-Mis seinem letzten verunglückten Zuge gegen ittelamerika. Die Inseln, von welchen Roatan (550—650 qkm) die größte ist, gehören der Kallsteinformation an an Mupie in den Thälern einen überaus fruchtbaren Alluvialboden, während auf den Bergabhängen Iude und Lehmerde vorwaltet. hr Klima ist milde un gesund. Die bis zu 300 m . Berge sind dicht mit tro ier Lerert. bedeckt, der die wertvollsten Nuthö er liefert. Alle tropischen Früchte gedeihen in reichster Fülle. Die Einwohner 2½½ befreite Sklaven, treiben Jagd. Fischfang, Schiff au, frah etwas Ackerbau und Handel mit Truxillo und er mit Neuorleans. Ihre Gesamtzahl beträgt jetzt etwa 5000. ö‚

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 640Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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