Bayon heißt in den südl. Staaten von Nordamerika ein nicht schiffbarer Nebenarm eines 1s ar Ricterd oder Baireuth, Hauptstadt des bayr. Regierungsbezirks Oberfranken und des ehemaligen Fürstentums B., Sitz der königl. Regierung und des Schwurgerichts für Oberfranken sowie eines Landgerichts und eines prot. Konsistoriums, liegt an den Ufern des Roten Main in schöner Gegend, in 332 m Höhe, ist Knotenpunkt mehrerer Linien der Bayrischen Staatsbahn, hat breite, regelmäßige Straßen und zählt mit Ein⸗ . der Vorstadt St. Georgen (1880) 22072 C. den Fursten, besonders den Markgrafen Christian, Georg Wilhelm und Friedrich, dem Gemahl der Schwester Friedrichs d. Gr. Unter letzterm ist die Mehrzahl der für die damalige Zeit sehr ansehnlichen Bauwerke entstanden. Vor dem Alten Schloß, 1454 erbaut, 1565, 1576, 1578 vergrößert, 1594— 99 umgebaut, nach dem Brande 1753 neu aufebaut und jetzt von Behörden benutzt, erhebt si eit 30. Juni 1860 das eherne Standbild des Königs Maximilian II., von Brugger. Das Neue Schloß, ein langes Gebäude mit Flügeln, von Markgraf Friedrich 1753 ar demselbe ist zur tönigl. Wohnung eingerichtet. Vor demselben befindet Ich ein Brunnen mit dem Reiterstandbilde des Mark-Ra en Christian en is (gest. 1712). Unter den irchlichen Gebäuden ist die prot. Kirche, 1439—46 im Spitzbogenstil erbaut, mit den Gräbern der meisten Markgrafen, sowie in der Vorstadt St. Georgen die Stiftskirche des Roten Adlerordens hervoruheben. Zu den Prachtbauten des Markgrafen 1 gehört auch das 1747 ht sch seit Opernaus. Vor dem Gymnasium erhebt sich seit 14. Nov. 1841 das Standbild Jean Pauls, von Schwanthaler; das ehemalige Wohnhaus Jean Pauls in der Friedrichsstraße ist durch eine Gedenkta el beeichnet. Außer dem Gymnasium befindet — an 1 Unterrichtsanstalten zu B. auch eine lchule (und mit derselben verbunden eine gewerbliche und kaufmännische Fortbildungsschule), mit einer wertvollen, besonders an Petrefakten reichen Naturaliensammlung. Die Kanzleibibliothek zählt 25 900 Bände. Der Historische Verein für Oberfranken unterhält eine Sammlung deutscher Altertümer. Auf einem Hügel bei der Stadt erhebt sich das Nationaltheaters, welches Richard Wagner (der seit 1872 in B. lebt) zur Aufführung seiner Opern (unächst der Trilogie: Der Ring des Nibelungen⸗) ier unter seiner Leitung errichten ließ. Der Grundtein wurde 22. Mai 1872 gelegt und im Aug. 1876 anden hier die ersten Aufführungen der Nibelungentrilogie statt. In St. Georgen befindet sich das Kapitelshaus des Roten Adlerordens (ietzt Militärpital), ferner das „Zuchthaus St. Georgen » und as Landgerichtsgefängnis. Die industrielle Thätigkeit erstreckt sich besonders auf mechan. Baumwollspinnerei, Zuckerraffinerie, Rähmaschinen, landwirtschaftliche Maschinen, musikalische Vgelmente, Leder, Brauerei, Spiritusbereitung, iegelbrennerei und Granitschleiferei. In der Umgebung der Stadt liegen die Lustschlösser Eremitage (mit sehr geschmackvollen Anlagen) 29. Dtt.1881 früher Eigentum und Aufenthalt des 28. Okt. 1881 verstorbenen Herzogs Alexander von Württemberg). In B. lebte bis zu seinem Tode (14. Nov. 1825) Jean Paul in anspruchsloser Umgebung. Die Geschichte des ärsentums B. (früher Kulmbach) ist in der ältern Zeit mit der von Ansbach (s. d.) verschmolzen. Als nach dem Tode des Markgrafen nam Friedrich von Ansbach (1603), der kinderlos starb, die sog. Fränkischen Fürstentümer an die brandenb. Kurlinie, und zwar an die jüngern Söhne des Kurfürsten Johann Georg fielen erhielt von den letztern 5 Ernst (gest. 162⁵ das Fürstentum Ansbach, dagegen dessen Bruder Christian das Fürstentum B. Letzterer (gest. 1655) verlegte die Residenz, die bisher in Kulmbach gewesen, nach der Stadt B., welche unter seinen Nachfolgern aufblühte und unter dem Markgrafen Fried-Uch ihren höchsten Glanz erreichte. Friedrich war 1735 seinem Vater Georg Friedrich Karl Har t und starb 26. Febr. 1763 ohne männliche Nachkommen. Es folgte ihm sein Hiusszer Bruder Friedrich Christian, der 1769 ebenfalls ohne männliche Nachkommen starb. Das Obere Land oder das Fürstentum B. wurde jetzt noch einmal mit Ans 4 unter Einem Fürsten vereinigt, bis Markgraf Kar Alexander beide Fürstentümer 1791 gegen ein Jahrgeld an Preußen abtrat. Letzteres mußte die Länder 1806 der Verwaltung Napoleons übergeben, welcher Ansbach 1806, B. 1810 an Bayern überließ. Vgl. Lang, Neue Geschichte des Fürstentums B.» (2 Bde., Gött. 1798—1801); Fikenscher, 35 buch der Landesgeschichte des Fürstentums B.o (Nürnb. 1808).