Beaulien-Marconnay (Karl Olivier, Freiherr von), Diplomat und namhafter Kulturhistoriker, geb. 5. Sept. 1811 in Minden, stammt aus einer 1686 ausgewanderten Ium Emigrantenfamilie, besuchte das Gymnasium zu Oldenburg, studierte 1829—32 in Heidelberg, Jena und Göttingen die Rechte und trat, nachdem er ein Jahr in Frankreich verlebt hatte, in den oldenburg. Staatsdienst. Als Amtsauditor in Jever (1835 — 39) machte er sich bekannt durch eine vieraktige Tragikomödie in Versen, welche einen Vorgang in dem berühmten Bentinckschen Erbschaftsproze behandelte, nämlich den Versuch des Grafen Karl Anton Ferdinand von Bentinck, sich mit Gewalt in den Besitz der Burg Kniphaufen zu schri Dieses Werk wurde in Tausenden von Abschriften verbreitet, blieb aber ungedruckt. Im J. 1839 wurde B. an das Amt Rastede versetzt, verbrachte dann ein Jahr in Gesellschaft des Prinzen Hermann von Wied in Italien und wurde nach der Rückkehr in die Finanzkammer berufen; 1843 trat B. als Geh. Referendar in das sachsen-weimar. Staatsministerium über, nahm Mttas infolge der Ereignisse des J. 1848 seine Entlassung und wurde fueder zum Hofmarschall und 1853 zum Oberhofmeister der Großherzogin Sophie ernannt. Eine rastlose Thätigkeit —— seit 1851, wo er die Intendanz des Hoftheaters * Weimar übernahm, die er bis 1857 mit kurzen Unterbrechungen führte. Nachdem B. in der Folge an der Gründung und Förderung zahlreicher, die verschiedensten Zwecke verfolgender Vereine und Anstalten sich beteiligt und mehrere diplomatische Sendungen ausgeführt hatte, wurde er im Juli 1864 zum ach u der herzogl. ächs. Regierungen ernannt. ach Auflösung des Bundestags 1866 nahm er in Dresden seinen Aufenthalt. Hier veröffentlichte er u. a. „Anna Amalia, Karl August und der Minister von Fritzschö (Weim. 1874), Ernst August, Herzog von Sachsen-Weimarnius von Maltitz (mit Biographie des Dichters, Weim. 1873), «Karl von Dalberg und seine Zeit v (2 Bde., Weim. 1879). Conversations-Lexikon. 13. Aufl. II.