FeedBeddoes (Thomas Lovell)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Beddoes (Thomas Lovell), engl. Dichter, Sohn des als Arzt und Naturforscher bekannten Thomas B. (geb. 15. April 1760, gest. 24. Dez. 1806), wurde 20. Juli 1803 in Clifton geboren, erhielt seine Erziehung in der Lateinschule zu Bath, dann seit 1817 in der Charterhouse-Schule in London, wo er sich bereits durch seine dichterische Begabung auszeichnete. Im J. 1820 bezog er die Universität Orford und veröffentlichte dort 1821 anonym einen Band Gedichte unter dem Titel KThe improvisatorep, die er jedoch später durch Ankauf aller Exem-Verbr deren er habhaft werden konnte, der weitern erbreitung entzog. Bereits 1822 erschien von ihm das Drama The Bride's tragedyo, ein Werk, das trotz mancher jugendlichen Extravaganzen als Erstlingsleistung eines 3u großen Erwartungen berechtigenden Talents Anerkennun fand. Mit dem Zwecke, sich dem Studium der? edizin zu widmen, ging er 1825 nach Göttingen und von dort 1829—31 nach Würzburg. Im Besitz eines bedeutenden Vermögens, führte B. seitdem ein Wanderleben, lebte 1833—41 meist in Straßburg und Zürich, 1841— 45 in Baden, Frankfurt und Berlin, ch Deutsch nach England, kehrte indes schon 1846 nach Deutschland urück. Von 1846—48 nahm er, meist von Frankfurt aus, durch persönlichen Verkehr mit den Parteiführern sowie durch publizistische Arbeiten lebhaften Anteil an der liberalen Bewegung, sodaß er wiederholt als demokratischer Agitator ausgewiesen wurde. Eine Verwundung, die er sich im Frühling 1848 bei einer anatom. Sektion zuzog, führte ein langsam zehrendes Fieber lack⸗ Noch an diesem leidend, hatte er das Unglück, durch einen Sturz vom Pferde das Bein zu brechen; er starb nach länerer Krankheit an den Folgen der Amputation im Hospital zu Basel, 26. Jan. 1849. In B. Nachlasse fand sich das Drama 4 Death's jest-book, or the fool's tragedyo, nebst einer eeihe lyrischer und dramatischer Fragmente. Dieselben zeugen von Fülle und Kraft der Phantasie und großer Selbständigkeit des Denkens, tragen aber das Geräge eines unsteten, verdüsterten Geistes. Geammelt erschienen sie mit einer Lebensbeschreibung unter dem Titel The poems of Thomas Lovell B. v (2 Bde., Lond. 1851).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 677Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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