Berengar II., König von Italien 18. des Markgrafen Adalbert von Ivrea und Enkel B.s * folgte seinem Vater 925 unter Vormundscha seiner Stiefmutter Ermingard im Besitz der Markgrafschaft und heiratete 934 Willa, die Richte des damaligen Königs Hugo (Grafen von Provence) von Italien. Willa verleitete ihren Gemahl zur Verhalb verfo gegen den König, und als dieser B. desalb verfolgte, floh letzterer nach Deutschland, wo er am Hofe Ottos I. KanenSe Aufnahme fand. Als er 945 mit einem kleinen Eenn uber die Alpen zurückkehrte, sielen ihm die Großen und Städte Oberitaliens zu. Hugo flüchtete nach der Provence und überließ Italien seinem Sohne Lothar, für welchen thatsächlich B. regierte. Erst na ieß sch Tode, der wahrscheinlich vergiftet wurde, ließ sich B. 950 semen mit seinem Sohne Adalbert krönen. Um einen Thron zu befestigen, wollte er Adelheid (s. d.), die junge Witwe Lothars, mit Adalbert vermählen, und als diese sich weigerte, bemächtigte er 0 ihrer und hielt sie in harter Gefangenschaft. Adelheid eutschen König Otto I., der B. zwang, 952 zu Augsburg das Königreich Italien mit Aufopferung der Markgrafschaft Verona und des Herzogtums Friaul als deutsches Lehn anzunehmen. Indessen riff B. sehr bald wieder gegen Otto und dessen An-Hut zu den Waffen, sodaß Otto 956 seinen Sohn udolf mit einem Heere nach Italien schickte. ward besiegt, die Lombardei mit Pavia erobert aber 6. Sept. 957 starb Ludolf am Fieber. B. ri nun den Thron wieder an sich und herrschte mit olcher Tyrannei, daß die Unterthanen und der Papst ohann XII. sich um Schutz an Otto I. wandten. etzterer zog 961 nach Italien und nahm es fast ohne Widerstand in Besiß. B., seiner Würde im Okt. 961 entsetzt, floh in die Bergfestung San-Leone, wo er sich endlich 964, durch Hunger bezwungen, er-Seme mußte. Er ward als Gefangener mit seiner emahlin nach Bamberg geschickt, wo er 6. Aug. 966 Gaobe Vgl. Kopke und Dümmler, «Kaiser Otto der Große » (Lpz. 1876). Berengar von Tours, berühmter Scholastiker, in der Schule des Bischofs Fulbert von Chartres gebildet, ward 1031 Vorsteher der Schule von Tours 1040 Archidiakon von Angers. Ausgezeichnet dur dialektische Gewandtheit, ist B. einer der ersten und bedeutendsten Vertreter verständiger Aufklärung innerhalb der mittelalterlichen Scholastik. Betreffs der Schrift fordert er eine wissenschaftliche Methode der auf der n Die Tradition ist Bahrheu denn nicht 5 der Autorität beruht die Wahrheit, sondern auf der in des Menschen Natur gegründeten Vernunft. Die Anwendung dieses rationellen Denkens auf die Abendmahlslehre brachte B. in schweren Konflikt mit der kirchlichen Gewalt. Die Anschauung des Paschasius Radbertus, daß durch die Konsekration des Priesters Brot und Wein substantiell in Fleisch und Blut Christi verwandelt werden und nur das äußere Aussehen von Brot und Wein behalten, hatte in der Kirche immer allgemeinere Annahme gefunden. B. vertrat ihr gegenüber die Ansicht des Ratramnus, daß nicht das Wesen, sondern nur die von Brot und Wein verändert werde durch eine Verbindung mit dem verklärten Christus, den nicht der Mund, sondern das gläubige Herz genieße. Diese Ansicht, zunächst nur vertrauli Errauvon Ree in einem Briefe an seinen Freund Lanfrank von Bec, ward an die Offentlichkeit gebracht und auf den Synoden zu Rom und Vercelli 1050 verdammt. Hildebrand (später Gregor VII.) bemühte sich, B. durch Aufstellung einer unbestimmten Formel Ruhe zu verschaffen. Als aber die Partei des Lanfrank sich als die stärkere erwies, ließ er es zu, daß die Synoden zu Rom 1059 und 1079 B.s Ansicht verdammten. B. widerrief und lebte seit 1080 unter — auf der Insel St.⸗Come bei Tours. starb 1088. Val. Sudendorf, »Berengarius Turonensis odet eine Sammlung ihn betreffender Briefe- (Gotha 1850). Seine Schriften wurden herausg von 29 — und F. Th. Vischer (Berl. 1834). erenger (Alphonse Marie Marcellin Thomas), anz. Jurist, geb. 31. Mai 1785 zu Valence, war vokat in Va ence, trat 1815 in die Deputiertenkammer, legte aber sein Mandat bald nieder, hielt in Paris Vorlesungen über öffentliches Recht, wurde 1828 wieder in die Kammer gewählt und war 1831 ein Hauptbegründer des Deputiertenvereins in der Straße Rivoli, welcher liberale Grundsätze vertrat, ohne der Regierung Hasations zu opponieren. B. wurde 1831 Rat am (Paris. ee 1839 Pair und starb im März 1866 zu Paris. Sein bedeutendstes Werk ist „De la justice criminelle en France⸗ (Par. 1818). Außerdem schrieb er De la répression pénales (2 Bde., Par. 1855). — René B., Sohn des vorigen, franz. Politiker, geb. 22. April 1830 zu Bourg (De art. Dröme), wurde 1850 Advokat, 1862 Generaladvokat in Grenoble, später in Hher trat 1870 in die Mobilgarde und wurde 28. Dez. 1870 bei Nuits verwundet. Im Febr. 1871 in die Nationalversammlung gewählt, gehörte er daselbst zum linken Centrum. Im J. 1873 war er kurze (19. bis 24. Mai) Minister der öffentlichen Arbeiten. Seit 1876 ist er Mitglied des Senats, wo er ebenfalls zum linken Centrum gehört und ein Anhänger der Republik ist.