Bergen, Stadt an der Westküste von Norwegen, in Betreff der Ausfuhr und der Dampfschiffreederei die erste Handelsstadt Norwegens, liegt rund um Waagen, die innerste Bucht des Byfjord, der einen vortrefflichen, von hohen und steilen Felsen umgebenen und socren Norden durch einen Molo geschützten Hafen bildet. Landeinwärts lehnt sich die Stadt an sieben 250—600 m hohe Felsenberge, die sich im Halbkreise um sie her erheben. Auf der Seeseite wird sie gedeckt durch die alte Feste Bergenhus, die Citadellen Frederiksberg und Sverresborg, das Retranchement Nordnäs und drei Batterien. Die Stadt ist im Pang wohlgebaut, doch sind die Straßen zum Teil eng, krumm und uneben und die Mehrzahl der Häuser, nach der eigentümlichen skandinav. Bauweise, nur von Holz. Der durch die große Feuersbrunst vom 30. Mai 1855 in Asche gelegte unansehnlichste Stadtteil ist seitdem der ur iwei . und schönste geworden. Die Stadt hat nur zwei Thore, sieben öffentliche Plätze und fünf Kirchen und Wür (1878) 42021 E. Als Hauptstadt des Stifts B. ist die Stadt Sitz eines Bischofs und der Stiftsbehörden. An der Spitze der Unterrichtsanstalten steht die Kathedralschule. Auch befindet sich zu B. eine Seefahrerschule und eine Zeichenschule, mehrere kleine Bibliotheken, ein Aunn, verein, ein ab Natnterrenann Museum für Kunst, Altertum und Naturerzeugnisse, ein Schauspielhaus u. s. w. Ferner bestehen eine Filiale der Nationalbank, mehrere private Kreditanstalten, eine Börse, Hospitäler und andere wohlthätige Anstalten und Vereine, ein Zuchthaus u. s. w. Die Industrie, obgleich im Zunehmen begriffen, ist nicht von Bedeutung. 4—* Schiffbau ist die Böttcherei von Erheblichkeit. Die ndel. R Nahrungsquelle der Bewohner ist der Handel. Nach B. bringt die Bevölkerung der nördlichern gewöhnlich zweimal im Jahre ihre Produkte, die vorzugsweise in dem Ertrage der Fischerei bestehen und gegen Getreide, Branntwein, Gerätschaften u. w. umgesetzt werden. Diese besonders lebhaften Zeiten werden „Stävnes benannt. Doch steht B. auch mit den übrigen Teilen Norwegens und mit dem Auslande in lebhafter Handelsverbindung, die jetzt durch viele und bedeutende Dampferlinien gefördert wird. Die eigene Handelsflotte der Stadt bestand 1879 aus 340 Fahrzeugen mit 84 905 t Tragfähigkeit. Von diesen waren Dampfschiffe 70 mit 24894 t (nahezu ein Drittel der gesamten fen 75. Dampfschiffreederei„). Im J. 1878 liefen 787 Schiff mit 169 898 t ein und 778 mit 169206 t aus. Die Hauptgegenstände der Ausfuhr bilden die 51 chereiprodukte (Thran, Heringe, Stockfische, Hummer u. s. w.), gegen welche alles übrige unbedeutend ist. Unter den Gegenständen der Einfuhr stehen obenan Getreide aller Art, Fleischwaren, Flachs und Hanf, Fabrikate aller Art, Salz, Steinkohlen und Kolonialwaren. — B. erhielt schon 1070 städtische Gerechtsame. Im J. 1445 errichteten hier die deutschen Hansestädte eins ihrer vier Hauptcomptoirs oder Faktoreien und setzten sich in den ausschließlichen Besitz des ganzen Handels. Auch standen die deutschen Handwerker unter dem Schutze der Hansa. Doch gingen 1558 alle diese Privilegien verloren, indem die Norweger, des Drucks der „Contorscheno müde, diese mit Gewalt vertrieben. Aus jenen Zeiten stammen noch die ehemalige deutsche Kirche, das deutsche Armenhaus und das deutsche Comptoir, das aus 60 Warenspeichern bestand, die jetztY Eigentum der Bürger geworden sind und als Warenlager benutzt werden. ö‚ Nach dem Schlosse Bergenhus sind die zwei Amter Söndre⸗ und Nordre-⸗Bergenhus benannt, von denen (Ende 1878) das erstere auf 15 157 qkm 117849 CE. (mit Ausschluß der administrativ völlig davon getrennten Stadt), das letztere auf 18 243 qkm 87419 E. zählt. Das Stift Bergen umfaßt 38511 qkm mit 286 675 E.