Bergman (Torbern Olof), Naturforscher und Chemiker, geb. 20. März 1735 * Katharinberg in der schwed. Provinz Westgotland, erregte als Linnés Schüler in Upsala seit 1752 dessen Aufmerksamkeit und wurde 1758 Professor der Müner daselbst. Um die Professur der Chemie und Mineralogie zu erlangen, schrieb er 1767 die Abhandlung über die Hauptwerr des Alauns, die noch jetzt für ein auptwerk gilt. Er entdeckte in den mineralischen Wässern das r⸗ Cine Menae Mi und bereitete dieselben künstlich. Eine Menge Mineralien untersuchte er chemisch mit einer ungewöhnlichen Genauigkeit. Dieselben klassifizierte er in den Hauptabteilungen nach ihrer chem. Natur und in den Unterabteilungen nach der Verschiedenheit ihrer äußern Form. Hierauf hatte ihn besonders die schon vor ihm gemachte Entdeckung über die geometr. Verhältnisse geführt, welche unter den verschiedenen Krystallisationen desselben Stoffs stattfinden, sich von einer Grundform herleiten lassen und durch Ansetzen ähnlicher Teilchen nach bestimmten und leicht zu berechnenden Gesetzen geschehen. Seine Theorie der chem. Verwandtschaften hat bis auf die neueste Zeit ihr Ansehen behauptet und durch Berthollets allgemeinere Begründung derselben zwar nähere Bestimmungen, aber keinen Umsturz erlitten. Friedrich d. Gr. suchte ihn 1776 durch große Anerbietungen nach Berlin zu ziehen, doch blieb B. in Schweden. B. starb 8. Juli 1784 im Bade zu Medevi am Wetternsee. Seine in den Abhandlungen der Akademien zu Stockholm und Upsala 1756 —83 zerstreuten Aufsätze erschienen in den K&Opuscula physica, chemica et mineraliad (6 Bde., Upsala 1779—94; deutsch von Tabor, 6 Bde., Frankf. 1782—99) gesammelt. ν (Bergknappe, Bergleute, Bergarbeiter, Bergvolk) nennt man die beim Bergbau Beschäftigten, insbesondere dem Arbeiterstande 4 be hörigen Personen. Der B. hat einen eigenen be deutungsvollen und verheißenden Gruß «Glück aufe, wie er Überhaupt eine besondere Bergmannssprache führt für alles, was seinen Lebensberuf betrifft. Diese Bergmannssprache zeichnet sich durch Natürlichkeit und einen gewissen Silbenfall aus und ist mit Verschmähung aller Fremdwörter durchaus deutsch. Zur Bergarbeit selbst eignen sich nur gesunde und kräftige Leute männlichen Geschlechts, da Frauen nur ganz untergeordnete Beschäftigung finden können. Der Beruf des B. ist wegen der vielfachen Gefahren, denen er ausgesetzt ist, und bei der schweren und mühevollen Arbeit kein leichter. Der angehende B. wird, nachdem er die Schule verlassen, von der Grubenverwaltung als Klaube- oder Scheidejunge angenommen und wenn er körperlich kräftig genug geworden ist, zur eigentlichen