FeedBerndal (Karl Gust.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Berndal (Karl Gust.), deutscher Schauspieler, geb. 2. Nov. 1830 zu Berlin, genoß nach abgeschlossenem Gymnasialbesuch den dramatischen Unterricht des Schauspielers Hoppé und trat 1848 als Eleve beim berliner hpershn ein. Schon 1849 verlor er durch ein Mißverständnis seine Stellung; er setzte nun seine Laufbahn auf dem Liebhabertheater Urania fort und wurde 1851 für Königsberg engagiert; 1852 ging er nach Stettin und wurde 1854 abermals Mitglied des berliner Hoftheaters, an dem er erst jugendliche Helden und Liebhaber spielte. Später ging er in das Fach der Heldenväter und Charakterrollen über, in dem er noch heute mit verdientem Erfolg thätig ist. B., der nur wenig gastiert hat, gehört zu den gebildetsten und fleißigsten deutschen und leitet Lref 999418 Tel, Pere zu deklamieren und leistet Treffliches als Tell, Percy, Dunois, Götz, Reintold 5 Choiseul, Oranien, auch als Hofrat Reinhold, Dr. Forster u. s. w. Die Grenzen seines Talents bezeichnen das wahrhaft Komische und das Terbe Weil ehrfach nahm B. Stellungen als Lehrer der Deklamation ein und ist noch heute in dieser Eigenschaft bei der königl. Akademischen Hochschule in Berlin thätig; seit 1879 ist B. zugleich Präsident der Deutschen Bühnengenossenschaft. B. schrieb Ansichten über 1570 —9 einer dramatischen Hochschule » (Berl. 1876). erueck, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, 14 km nordnordöstlich von Bayreuth, 6km südlich von der Eisenbahnstation Markt-Schorgast, am Fuße des Fichtelgebirgs, romantisch in dem engen Thale des Forellenbachs Ölsnitz gelegen, der sich unterhalb B. in den Weißen Main ergießt, ist der Sitz eines Bezirksamts und eines Amtserichts, treibt Ackerbau, Glasschleiferei, Steinhanerei Baumwollwarenfabrikation, Obst⸗ und Hopfenbau und zählt 1482 E. Olsnitz und Main liefern Perlen, die teilweise den orientalischen gleichkommen und von denen die königl. —513 cherei jährlich unge 60 Stück einsendet. Im J. 1857 wurde eine Molkenkuranstalt mit Flußbad, warmen und Fichtennadelbädern errichtet, 1875 ein neuer Kursalon erbaut. Die Umgebung hat schöne Anlagen mit bequemen Spaziergängen in nahen Buchen⸗ und Tannenwäldern; die reine oie Enad und das milde, gesunde Klima machen die Stadt zu einem klimatischen Kurort. Die Stadt rühmt sich Runn sieben ⁷ (Berge) und sieben Flüsse, der uinen zweier Burgen und einer dazwischenliegenden Kapelle, von denen ein 32 m hoher, sehr gut erbewabde Turm schöne Aussicht in Thäler und nahe ewaldete Berge gewährt. Oberherren der Stadt und Burg waren die Grafen von Babenberg bis 1003, das Bistum Bamberg bis 1168, die Grafen von Andechs, nachherige Herzöge von Meran, bis 1248, dann abwechselnd die Burggrafen von Nürnberg und Grafen von Orlamünde bis 1357, erstere ausschließlich bis 1417, dann bis 1791 die Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach. Die Edlen von Walpot, Erbauer der untern Burg, hatten bis Mitte des 14. Jahrh. Stadt und Burg in Lehen; die Wallenrothe, nach welchen die obere Burg benannt, waren nur Burgvögte. Vgl. Förtsch, „B., Molkenkurort mit Badeanstalten» (Reichenbach 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 860Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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