Bernhard, Herzog von Weimar, einer der berũ 16, Wun1661 im Dreißigjährigen Kriege, geb. 6./16. Aug. 1604, war der 1Hae der 11 Söhne des Herzogs Johann III. von Sachsen-Weimar. Bereits im ersten Lebensjahre verlor er seinen Vater, im 13. Wor auch seine Mutter ueCrhrehung thea, die im Verein mit Hortleder seine Erziehung trefflich geleitet hatte. Er bezog eine kurze Zeit die Universität zu Jena und widmete sich dann am Hofe seines Vetters, des Herzogs Johann Kasimir zu Coburg, ritterlichen Ubungen. Beim Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs machte B. 1622 die Schlachten von Wiesloch und Wimpfen, 1623 die bei Stadtlohn mit, ging hierauf auf Reisen nach Holland und England, diente als st unter Christian IV. von Dänemark und erwarb doch dessen Niederlage die kaiserl. Begnadigung, jedoch nur um alsbald wieder unter Friedrich Heinrich von Oranien vor Herogenbusch mitzukämpfen. Als Gustav Adolf in schen Fürsten, die sich ihm zuwandten. Gleich nach seiner Ankunft beim schwed. Heere erhielt er ein Reiterregiment und zeichnete sich in dem Treffen bei Werben 28. Juli 1631 so aus, daß ihn der König mit drei Reiterregimentern nach Hessen detachierte. Danach zog B. mit dem König gegen Mainz, machte teils selbständig, teils mit andern siegreiche Streifzüge im fränk., schwäb. und bayr. Kreis und vereinigte sich, zum Generallieutenant befördert, mit er an den Kämpfen gegen Wallenstein (24. bis 25. Aug. 1632) ruhmvollen Anteil 1* Nach Gustav Adolfs Aufbruch blieb B. zur Deckung Frankens zurück, stieß aber von neuem zum Könige, als dieser im Oktober gegen Wallenstein nach Sachsen 85 In der Schlacht bei Lützen, 6. Nov. (16. Nov. n. St.) 1632, befehligte er den linken Flügel der Schweden fübernahm nach dem Tode des Königs das Kommando und Hoielle obgleich selbst schwer verwundet, durch beispiellose Anstrengung den Sieg. ö Oxenstierna neben Horn den Befehl über die Armee. B. nahm Bamberg, Kronach, Hochstädt und Eichstädt ein und errang von Oxenstierna (mit Zustimmung der durch den Heilbronner Vertrag verbündeten oberdeutschen Stände) das schon vom schwed. ihm zugesicherte kand einer Franken als schwed. Lehn. Nach Stillung einer gefährlichen Meuterei rückte er an der Donau Aldringer entgegen, wel kaiserl. Truppen nach Schwaben führen wollte. Aldringer vermied aber jede Schlacht, und B. zwang Regensburg durch eine furchtbare Beschießung zur .½%½ (4/14. Nov. 1633). Er drang hierauf in Bayern ein, unterhandelte mit Wallenstein und machte nach dessen Ermordung 1634 einen vergeblichen Versuch, dessen Truppen zu % m Nördlingen zu entsetzen, wagte B., dem Widerspruche Horns, mit dem er in stetem Zwist lebte, zum Trotz, eine Schlacht mit dem weit stärkern österr. Heere unter Gallas und König Ferdinand 27. Aug. (6. Sept.) 1634, erlitt aber eine schwere Niederlage, durch welche ihm sein Herzogtum ken verloren ging. Nur langsam konnte er eine neue Armee sammeln, mit der er vor der U zum Rhein zurückweichen mußte. Die spätere Thätigkeit B.s ward durch das Eingreifen Frankreichs in den deutschen Krieg bestimmt. Nach längern vereblichen Verhandlungen nötigte endlich B. 17/19. t. 1635 Richelien zu St.⸗Germain einen ab, durch welchen ihm 1 Mill. Livres jährlicher ilfsgelder zur Erhaltung eines Heeres von 12000 ann deutscher Fußvölker und 6000 Reitern nebst der nötigen Artillerie, die er unter franz. Wehalt befehligen sollte, ein sehr bedeutender 9—— lt auf Lebenszeit und insgeheim als Belohnung die Landgrafschaft Elsaß und die Ballei Hagenau garantiert wurden. Um die Erfüllung der gemachten Versprechungen zu betreiben, reiste B. Früh 1636 und 1637 selbst nach Paris. Er eroberte n 1636 Elsaß-Zabern und andere feste Plätze, hie den mit einem Heere von 40000 Mann in reich eindringenden Gallas bei Dijon auf, nahm, als dieser um die Mitte des November das franz. Gebiet sten Jah mußte, die Stadt .½½ sowie im nächsten Jahre mehrere Plätze und besiegte endlich im Juni 1637 die Kaiserlichen unter Herzog Karl von Lothringen so entscheidend, daß ihm jetzt der Weg zum Rhein offen stand. Dur gute Winterquartiere gestärkt, brach er 1638 schon im Januar gegen den Strom auf, eroberte Säckingen, Lauffenburg und Waldshut und belagerte Rheinfelden. Savelli und Johann von Werth entsetzten zwar die Stadt, aber drei Tage darauf‚, 21. Febr., überfiel B. sie und schlug sie bei Rheinfelden. Die Generale Savelli, Johann von Werth, Enkefort und „ erreuter nebst 3000 Mann wurden gefangen, Rheinfelden, Röteln, Neuenburg und Freiburg mußten 118 ergeben und reisach ward belagert. Um den Besitz dieser — drehten sich die fol6⁵60 Kampfe. Während der kaiserl. General von ötz 5 zum Entsatz näherte, griff ihn B., unterstützt durch 3000 Franzosen unter Turenne, an, daun ihn und Savelli 30. Juli bei Wittenweiher, nn den Herzog von Lothringen 5. Okt. bei Thann im Sundgau und nötigte wenige Tage darauf Götz abermals zum Rückzuge. Nach einer 5„ 1658. . Belagerung ergab sich in sein 7. Dez. 1638 hatte die Kapitulation in seinem eigenen Namen abgeschlossen, ließ sich als alleinigem Herrn huldigen und bald nachher eine Münze mit Breisachs und Weimars Wappen schlagen. Richelieu ließ kein Mittel unversucht, die Festung in franz. Hände zu bringen; er trug sogar dem Herzog die and seiner Nichte der H Herzogin von Aiguillon, an. Aber B. verwahrte eine Festungen möglichst, besetzte sie mit deutschen Soldaten und zeigte sich einer Vermählung mit der verwitweten Landgräfin Amalie von Hessen geneigt, um durch sie zu einer Macht zwischen dem Kaiser und dessen Feinden zu Cundgan ach der Einnahme von Landskron im Sundgau, Pontarlier und Schloß Joux in Hochburgund war er eben im Begriff, Üüber den Rhein nach Bayern vor⸗ ——— als ihn der Tod ereilte. Er starb zu Neuurg am Rhein 8. uli (18. Juli n. St.) 1639, nach einigen an einer pe ** agerseuche, nach seiner eigenen und anderer Meinung an Vergiftung durch 3 angeblich von Frankreich bestochenen Arzt landini. Alexi hat indes in seiner Schrift Der od des Herzogs B. von Weimar nach einem authen7 Atenstacke aus dem kaiserl. Bezirksarchiv zu daß B. eines natürlichen Todes gestorben ist. 444 dem verordnet, daß die von ihm eroberten 2den Wunsch a ausgedrückt, seine Brüder möchten dieselben unter schwed. Schutze übernehmen; wenn keiner sich mnen und * 88 0 sei es billig, daß Frankreich mit eigenen I 8 Truppen vieserben den an das herausgebe. Bender nicht ab, sondern anh die Ansahrer un5 die T e —9.— das 000 erlangten die weimar. Lürten Nbte Leiche B.s 1655 von Breisach nach imar in die Familiengruft geführt werden durfte. Man darf in B. nicht ledi Higlich die selbstlose Hingabe an das —— Bekenntnis suchen. Stets verstand er es, mit den religiösen Interessen die eigenen n kombinieren, und oft mußten ihm jene vor diesen zum Schaden der allgemeinen e zurücktreten. Das teilte er mit allen Politikern der Zeit, zumal mit Gustav Adolf selbst. Dennoch aber vereinigte sich in ihm innige Religiosität mit einem höchst lebendigen reichsfürstl. und nationalen Pflicht⸗ und Selbstgefühl, und unter den Helden des deutschen Callung behann wird er immerdar eine große tellung behaupten. Vgl. Röse, «Herzog der Große von Sachsen-Weimary (2 Bde., im. 1828 29). Mosen, Genast und Gottschall haben das Schicksal B.s dramatisch behandelt. Bernhard bu des Herzog von Sachsen-Weimar, der zweite Sohn des Großherzogs Karl August, Kb. 30. Mai 1792, trat sehr jung in die preuß. rmee und wohnte 1806 im Korps des Fürsten Auschluse der Schlacht bei Jena bei. Nach dem Anschlusse seines Vaters an den Rheinbund trat er in die sächs. Armee, nahm dann als Generalstabsoffizier im sächs. Kontingent teil an dem Feldzuge von 1809 gegen Osterreich und focht mit Auszeichnung bei Wagram, a hn er zum Major ernannt ward. Um nicht gegen Rußland zu kämpfen, nahm er auf den Wunsch seines Vaters bei Ausbruch des russ. Kriegs von 1812 Urlaub und bereiste Frankreich und Italien. Erst nach dem Beitritt Sachsens zur Koalition, Ende 1813, kehrte er zu seinem Reiment zurück. Unter seinem Vater, der ein Armeeorps der Verbündeten befehligte, wohnte er als Oberst dem Winterfeldzuge von 1814 in den Niederlanden und Flandern bei, ging 1815 als Oberst und Regimentsinhaber in den Dienst des Königs der Niederlande über und nahm an den Schlachten von Quatre-Bras und Waterloo rühmlichen Anteil. Nach Wiederherstellung des Friedens blieb er in Pmrmz Diensten, wurde 1816 General und 1819 rovinzialkommandant von Ostflandern mit dem Wohnsitz in Gent. In den J. 1825 -26 unternahm er eine Reise nach Amerika, deren Beschreibung von Luden (2 Bde., Weim. 1828) veröffentlicht ward. Seit 1829 Divisionär, mußte B. bei Ausbruch der Belgischen Revolution der Ubermacht weichen, Gent aufgeben und sich nach Antwe zurückziehen. Als Generallieutenant und des linken Flügels unter dem Prinzen von Oranien schlug er 1831 die Insurgenten bei Löwen in die Flucht. Die ihm in den folgenden Jahren vergönnte Muße benutzte er zu wissenschaftlichen Studien und Reisen, unter anderm auch nach dem Orient. ielt er sich zeitweise in Mannheim auf und verhrte viel mit den wissenschaftlichen Notabilitäten in Heidelberg. Seit 1848 wirkte er als General der Infanterie und Oberbefehlshaber der holländ.⸗ ind. Armee in — von wo er 1853 seiner angegriffenen Gesundheit halber zurückkehrte. Seitdem nahm er abwechselnd im Haag und in Weimar seinen Aufenthalt. Er starb 31. Juli 1862 in Bad Liebenstein. B. hat eine wertvolle Monographie „Précis de la campagne de Java en 1811 (Haag 1834 23048 5.2 Vgl. Starklof, Das Leben des 5 B.v (2 Bde., Gotha 1865—66).