FeedBernhard (Karl)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bernhard (Karl), beliebter dän. Novellist, ein Pseudonym für Andreas Nicolai de St.⸗ Aubin (geb. 18. Nov. 1798, gest. zu Kopenhagen 25. Nov. 1865), ließ 1835 seine erste Novelle: Ein ahr in Kopenhagen», erscheinen und veröffentichte seitdem eine Reihe von Novellen und Romanen, die ungeachtet ihrer Mängel in planvoller Anlage und Durchführung nicht nur in Dänemark, sondern auch in Deutschland und anderwärts viele Leser fanden. B. zeichnete sich aus durch anziehende Darstellungsweise und das Talent, die Schwächen und Verkehrtheiten der gesuden boher Zustände aufzufassen und das Leben in den höhern Kreisen mit schlagender Wahrheit, Laune und Leben zu schildern. Seine Werke, die in dän. Sprache unter dem Titel „Samlede Noveller og Fortällinger» (Bd. 1—12, Kopenh. 1856 —57) erschienen, hat er teils selbs „teils in Verbindung mit K. L. Kannegießer und O. L. B. Wolff auch deutsch b.Hie 50f en. Zu denselben gehören die Novellen Die Hospitalverlobungo, Eine Familie auf dem Landen, „Der Eilwagen » u. s. w., die 1836 unter dem Titel »Lebensbilder aus Dänemarko (6 Bde., Lpz. 1840—41; 2. Aufl. 1849) herauskamen. Hieran schlossen sich die Schoßsünden⸗ (1843), „Das Glückskinde (1837), Zwei Freunde-Len 1850) und die Gamle Mindery (1840), welche etztere Schrift als «Christian VII. und sein Hof-Bde., Lpz. 1847) deutsch erschien. Weniger glückich war B. in seinen an Trockenheit und Breite leidenden Romanen «Christian II. und seine Zeit⸗ (1847) und Chroniken aus den Zeiten König Eriks von Pommerno (1850). Letzteres Werk trägt große Feindseligkeit 4We alles Deutsche zur Schau. Seine 4Gesammelten Werke sind deutsch (10 Bde., Lpz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 864Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 2

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6