FeedBernhardi (Aug. Ferd.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bernhardi (Aug. Ferd.), deutscher Schriftsteller, geb. 24. Juni 1770 zu Berlin, Schüler des Joachimsthalschen Gymnasiums unter Meierotto, studierte — alle unter F. A. Wolf Philologie. Seit 1791 hrer am Werderschen Gymnasium in seiner Geburtsstadt, kam er in Verbindung mit Tieck, den beiden Schlegel, Schleiermacher und Fichte, von denen namentlich der erstere auf seine Richtung und Eriruter udwer von Einfluß wurde, wurde Theaterkritiker und veröffentlichte mit Tieck die Bambocciaden (3 Bde., Berl. 1797—1800), komische Bchentung f und dramatische Darstellungen. Von Bedeutung für ihre Zeit waren die von B. herausegebenen Anfangsgründe der Sprachwissenschaft⸗ (Berl. 1805) und die Sprachlehrer (2 Bde., Berl. 1801—3). Seit 1808 Direktor des Werderschen Gymnasiums, bewährte B. seine pädagogische Tüchtigkeit in glänzender beso Die Grundsäbe, die er bei Leitung der Anstalt befolgte, entwickelte er später in «Ansichten über die Organisation der gelehrten Schuleno (Jena 1818). Im J. 1811 Privatdocent, 1816 Konsistorialrat, ward er im März 1820 zum Direktor des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums ernannt, starb aber schon 2. Juni 1820. B. war seit 1799 mit Sophie, einer Schwester Tiecks, verheiratet, von der er sich jedoch 1805 scheiden ließ. Aus dem Nachlaß beider gab ihr Sohn Wilhelm B., Shakspearekenner und Dramatiker, geb. 1800, gest. 24. 8 5 1879 zu Berlin, Reliquien. Erzählungen und Dichtungen» (3 Bde., Altenb. 1838 u. 1847) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 864Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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