FeedBernhardi (Karl Christian Sigismund)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Bernhardi (Karl Christian Sigismund), Oberbibliothekar zu Kassel, geb. 5. Okt. 1799 zu Ottrau in Kurhessen, studierte 1816—19 Theologie und Philologie zu Marbur „war dann Hauslehrer, wurde 1826 zum Universitätsbibliothekar in Löwen ernannt und 1829 als Nachfolger J. Grimms zum Oberbibliothekar der Museumsbibliothek nach Kassel berufen, wo er 1831 die Zeitschrift Der Rrern Wahtfreund » gründete. Er wurde von mehrern Wahlbezirken zum Abgeordneten für die Ständeversammlung gewählt, doch verweigerte ihm die Regierung stets den Urlaub. Im Mai 1848 trat er als Abgeordneter für den Wahlbezirk Eschwege in die deutsche Nationalversammlung, wo er sich den polit. Freunden H. von Gagerns anschloß. 5 Hier gab er die Flugblätter aus der deutschen Nationalversammlunge heraus. Im J. 1867 wurde er im Wahltreise omberg-Ziegenhain in das preuß. Abgeordnetenus und im Wahlkreise Fritzlar-Homberg-Ziegenhain in den Norddeutschen Reichstag gewählt, wo er sich der national-liberalen Partei anschloß; doch legte er vorgerückten Alters halber 1870 seine Mandate nieder. B. starb 1. Aug. 1874 zu Kassel. Außer vielen in Zeitschriften und Sammelwerken zerstreuexcidio regni 115 aicio (Löwen 1824) veröffentlichte er eine Ubersetzung von Degerandos Werk Des progrès d e'industrie Gen r. 1841) unter dem Titel «Die Fortschritte des Gewerbfleißes in Be-Kasset auf die Sittlichkeit des Arbeitertandesv Kassel 1842), KK. Schomburgs Nachlaß und Briefwechsel, mit biographischen Andeutungen⸗ 1I18at 2.Aufl. von Strick er, 1849), Ernh schen Frankreich und Deutse e ssel 1871) und einen „Wegweiser durch die deutschen Volks⸗ und Jugendschriften⸗ — 1852; Fortsetzung 1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 864Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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