Bernkastel (Berneastel,‚ Beronis castellum, Berencastellum), Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Trier, am rechten +—— romantisch in einem 0 Thale gelegen, durch eine Zweigbahn mit der Moselbahn verbunden, Sitz eines Amtsgerichts, wird von den Ruinen eines alten Schlosses überragt, hat bedeutende Tabak⸗ und Cigarrenfabrikation trefflichen Weinbau (von dem namentlich der «Bernkasteler Doktor» als einer der feinsten Moselweine gilt) Schieferbrüche, Eisen⸗, Blei⸗ und Kupfergruben, iffahrt, Handel mit Wein und Schiefer und zählt (1880) 2462 meist kath. E. Von B. führt eine steinerne Brücke (die erste stehende zwischen Trier und Koblenz) auf das linke Moselufer. B. gehörte früher zum Erzbistum Trier, erhielt 1291 vom Kaiser Rudolf I. Stadtfreiheiten. Die Burg, jetzt im Besitze des Kaisers Wilhelm, wurde im 7. Jahrh. vom Grafen Bero erbaut, 1017 vom Erzbischof Poppo als Raubnest zerstört, 1277⁷ vom Erzbischof Heinrich wieder aufgebaut, galt im Mittelalter als be fest, wurde 1639 und 1650 von den Franzosen erobert, 1674 vergeblich belagert und 1692 durch Feuersbrunst zerstört. Die Burg bietet einen reizenden Blick auf das Mosel⸗ und Tiefenbachthal.— Kreis Bernkastel umfaßt 668,sqakm mit (1880) 44 722 E. * zwei Drittel rscher-8e.