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Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Bernoulli, Name einer Reihe n Bisenscaf-Männer, die fast sämtlich die mathem. Wissenschaften zum Gegenstande ihrer Studien wählten und von einem 1„ B. (gest. 1583) abstammen, der, um den Bedrückungen des Herzogs Alba zu entgehen, von Antwerpen nach Frankfurt auswanderte. Ein Enkel desselben, ebenfalls Jakob B. genannt, geb. um 1598, siedelte sich 1622 in Basel an und starb daselbst 1634. — Leon B., welcher Olearius auf der holstein. Gesandtschaftsreise nach Persien begleitete und dessen Schicksale Varnhagen von Ense in seinen ber Woanappie Denkmaleno (Bd. 4, Lpz. 1872) in der Biographie Paul Flemmings erzählt, starb zu Leiden 1672 und gehörte dem frankfurter Zweige der Familie an. In Basel gehörte die Familie bald zu den angesehensten, und viele ihrer Mitglieder bekleideten die höchsten Staatsämter. — Nikolaus B., der älteste Sohn des letztgenannten Aauf B., geb. 19. Nov. 1623, gest. 8. März 1708, ufmann und Mitglied des Großen Rats in Basel, hinterließ 11 Kinder, von denen das fünfte, Jakob, und das zehnte, Johann, berühmte Mathematiker wurden. — Jakob I. B., geb. 27. Dez. (a. St.) 1654 zu Basel, Professor der Mathematik daselbst seit 1687, gest. 16. Aug. 1705, wendete die von Leibniz und Newton erfundene Rechnung des Unendlichen auf die schwierigsten Fragen der Geometrie und Mechanik an, berechnete die loxodromische und die Kettenlinie, die logarithmische Spirale und die Evolute verschiedener krummer Linien und erfand die Bernoullischen Zahlen, worunter man die Koeffizienten des niedrigsten Gliedes in den Formeln für die Summen der geraden Potenzen aller ganzen Zahlen von 1 bis x versteht, von denen er jedoch nur die 5 ersten angegeben hat; ihr Gesetz wurde erst von Moivre gefunden und von Euler einfacher dargestellt. Eine Sammlung seiner Werke erschien in Genf (2 Bde., 1744). Sein Bruder Johann I.B., geb. 27. Juli (a. St.) 1667 zu r sei war ebenfalls einer der Zaumme Mathematiker seiner Zeit. Anfangs zum Kaufmannsstande bestimmt, wendete er sich später den —— ½ 1 u stubierte von 1683 an besonders Meizin un Mathematik und machte 1690— 92 verschiedene Reisen, namentlich auch nach Frankreich, wo er den Marquis de lHopital kennen lernte. Nachdem er 1694 zu Basel in der mediz. Fakultät promoviert, ih er 1695 als Professor der Mathematik nach Gröningen. Nach seines Bruders Jakob Tode übernahm er in Basel dessen Stelle, die er bis zu seinem Tode, 1. Jan. 1748, bekleidete. Er erfand während seines Aufenthalts in Paris den calculus exponentialis, den er 1697 bekannt machte, noch vor Leibniz, bearbeitete mit seinem vorgenannten Bruder die enalerchnung. und wurde der Erfinder der —. 11.— Seine sämtlichen riften erschienen in Genf (4 Bde., 1742) und sein (Briefwechsel mit Leibniz' ebendaselbst 0 Bde., 1745). — Ein 1 der beiden vorigen, Nikolaus B., Rlech zu Basel 10. Okt. (a. St.) 1687, studierte die te, vorzugsweise aber die Mathematik, namentlich auch in Gröningen, von wo er 1705 mit seinem Oheim 1 ann B. nach Basel zurückkehrte. Er ward auf Leibniz' Empfehlung 1716 Professor der Mathematik in Padua, 1722 Professor der hn in Basel, 1731 Professor des Lehnrechts daselbst und starb 29. Nov. 1759. B. bereicherte mit mehrern Entdeckungen die Wahrscheinlichkeits⸗ und die Nikolaus B. der älteste Sohn Johanns I., eb. zu Basel 27. —5 (a. St.) 1695, war seit 1723 rofessor der Rechte zu Bern, seit 1725 Professor der Mathematik in Petersburg, wo er 26. Juli 1726 starb. — Sein jüngerer Bruder, Daniel B., geb. 29. Jan. 1700 zu Gröningen, studierte in Basel Medizin und Mathematik. Nach Reis en durch Deutschland und Italien folgte er 1725 einem Rufe nach Petersburg; 1733 kehrte er nach Basel zurück, wo er die Prose ur der Anatomie und Botanik, 1750 die der Physik erhielt und 17. März 1782 starb. Er war einer der größten Physiker und Mathematiker seiner Zeit. Mit sen erhielt er den Preis der pariser Akademie. Mit seinem Vater teilte er 1734 einen doppelten Preis bei der genannten Alademie für die Abhandlung «lber die Ursachen der verschiebenen Neigungen der Planetenbahnen gegen den Sonnenäquatorꝰ. In den Akten der petersburger, pariser, berliner und anderer Akademien, deren Mitglied er war, sind viele seiner Abhandlungen gedruckt. Sein Hauptwerk ist die Hydrodynamik (Straßb. 1738). — Johann B., der Neffe des vorigen, geb. zu Basel 4. Nov. 1744, starb als königl. Hernken 13. Juli 1807 zu Berlin, wohin er 1764 berufen worden war, nachdem er fast alle Länder Europas besucht hatte. Von seinen sehr zahlreichen Schriften sind zu erwähnen: 4Recueil pour les astronomeso (3 Bde., Berl. 1772 —76), Sammlung kurzer Reisebeschreibungen» (15 Bde., Berl. 1782 — 93), «Archiv zur neuern Geschichte, Berl. 1783 —88). — Von seinen beiden Brüdern war Daniel B., geb. 31. Jan. 1751 zu Basel, gest. daselbst 21. Okt. 1834, Doktor der Medizin und Professor der Beredsamkeit, während Jakob B., geb. 17. Okt. 1759 zu Basel, Cul 5 vemäbn ging, wo er 0 mit einer Enkelin Eulers vermählte und 13. Juli 1789 als Professor der Mathematik und Akademiker starb. Christoph B., Sohn des letztgenannten Daniel B., geb. 15. Mai 1782 zu Basel, besuchte das College zu Neufchatel, worauf er 1799 im Büreau des inisteriums 1 zu Luzern, dann in seiner Vaterstadt eine Anstellung erhielt. Seit Okt. 1801 studierte er in Göttingen Naturwissenschaften und 1802 — 4 war er in Halle ord. Lehrer am o-Lurse Sodann aing er nach Berlin und Paris, ehrte nach kurzem Verweilen an der Schule zu Aarau nach seiner Vaterstadt zurück, wo er 1806 eine Privatlehranstalt eröffnete, die er aber 1817 eingehen ließ, worauf ihm die Professur der Naturgeschichte an der dortigen Universität übertragen wurde. Nachdem er sich 1861 vom Lehramte zurückgezogen, starb er 6. Febr. 1863. B. gehört zu den flei igsten Schriftstellern in Bearbeitung der Dezensin zu der neuern rationellen Methode. Von za Basel 1811, gest. 2. Nov. 1877, machte sich durch Bearbeitung des von seinem Vater herausgegebenen (Vademecum des Mechanikersp (16. Aufl., herausg. von Autenheimer, Stuttg. 1878) litterarisch bekannt. . . Jakob B., geb. 18. Jan. 1831 zu Basel, war erst Lehrer der Geschichte am obern Gymnasium und an der obern Realschule zu Basel und wurde dann zum außerord. Professor an der dortigen Universität ernannt. Seine Schriften behandeln meist Gegenstände der antiken Plastik, wie «über die Laokoongruppes (Bas. 1863), alber die Minervenstatueno 118 1871), Die Bildnisse des ältern Scipios (Bas. 1875), «Die Bildnisse berühmter Griechen» (Bas. 1877) und namentlich Aphroditeß (Opz. 1874) — Karl Gustav B., Bruder des vorigen, geb. zu Basel 24. Jan. 1834, studierte Medizin und Naturwissenschaften und unternahm dann Untersuchungsreisen in Guatemala, deren Resultate umeist in barb 18.W Mitteilungen⸗ niedergelegt ind. Er starb 18. Mai 1878 zu San-Francisco. B. beschrieb auch Die Gefäßkryptogamen der ernstadt in Schlesien, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Breslau, Kreis Ols, an der Weida, Station der Rechte-Oderufer-Bahn, Sitz eines Amtsgerichts, zählt (1880) 4150 CE., hat Tuchweberei, Schuhmacherei, Tischlerei, in der Umgegend bedeutende Schafzucht, ferner ein Schloß, in dem sich das die großen Waldungen der Umgebung verwaltende herzogl. braunschweig. Forstamt befindet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 867Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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