FeedBertrand (Henri Gratien, Graf)
GeschichteBrockhaus 1882

Bertrand (Henri Gratien, Graf), franz. General, einer der treuesten Anhänger Napoleons I., eb. 28. März 1773 zu Chäteauroux im Depart. ndre, widmete sich dem Ingenieurwesen und trat während der Revolution in die pariser Rationalarde, später in das Geniekorps, in dem er 1795 apitän wurde. Im J. 1796 kam er zur ital. Armee, wohnte dann der Expedition nach Agypten bei und stieg, nachdem er die Befestigung von Alerandria geleitet, zum Brigadegeneral auf. B. erwarb sich 1805 durch Tapferkeit in der Schlacht von Austerlitz die besondere Gunst Napoleons und wurde zum Adiutanten des Kaisers ernannt. Im J. 1806 brachte er die Kapitulation von Spandau zu Wege, und 1807 zeichnete er sich als Divisionsgeneral bei Friedland aus. 1 Svon A von 1809 erwarb er sich nach der Schlacht von Aspern durch die Herstellung der übergangsbrücken über die Donau großes Verdienst, wofür ihn Napoleon zum Grafen und an Marmonts Stelle zum Gouverneur von ½½ ernannte. Mit gleicher Auszeichnung focht in den de wald von 1812 und 1813, und nach Durocs Tode ward er Großmarschall des Palastes. Er besehligte damals das Reservekorps, focht bei Lützen und Bautzen, konnte zwar bei Wartenburg Blüchers übergang nicht hindern, Ren Rüdr aber in der Schlacht bei Leipzig den für den Rückzug so wichtigen Punkt von Lindenau gegen Giulay und deckte nach der Schlacht bei Hanau den Rheinübergang des franz. Heeres bei Mainz. Nach der Rücktehr nach Paris wurde er zum Aide-major-général der Nationalgarde ernannt, kehrte aber bei der wachsenden Gefahr bald wieder zur Armee zurück und folgte dem Kaiser nach Elba. B. war Napoleons innigster Vertrauter bei dessen Plänen betreffs der Rückkehr nach Frankreich. Nach der Schlacht bei Waterloo folgte B. mit seiner Familie dem Kaiser nach St. Helena und gab hier, unter den größten Opfern und Beschwerden, mit den Seinen ein denkwürdiges Beispiel treuer Ergeben-Fen Erst nach Napoleons Tode kehrte er nach rankreich zurück, wo er von Ludwig XVIII. wieder in alle seine Würden eingesetzt wurde. Nach der Revolution von 1830 wählte ihn das Departement Indre in die Kammer, wo er sich der liberalen Partei anschloß und namentlich für die Freiheit der Presse und die Abschaffung der Pairskammer sprach. Da er 1834 nicht wiedergewählt ward, zog er sich auf sein Landgut zu Chäteauroux zurück und starb daselbst 31. Jan. 1844, nachdem er noch vorher, 1840, bei der Überführung der Asche Napoleons thätig gewesen war. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 881Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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