FeedBethmaunn-Hollweg (Mor. Aug. von)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Bethmaunn-Hollweg (Mor. Aug. von), namhafter 170 sowie preuß. Staatsminister, geb. 8. April 1795 zu Frankfurt a. M., Sohn J. J. Bethmann-Hollwegs, des zweiten Chefs des Bankierhauses Gebrüder Bethmann (s. d.) daselbst, hatte Karl Ritter zum Erzieher, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte in Göttingen und Berlin die Rechte und habilitierte sich 1819 an der letztern Universität als Privatdocent. Ein Jahr darauf wurde ihm eine außerord. Professur, drei Jahre später die ord. Prafessur für Civilrecht und Civil14 übertragen. Er wurde 1829 nach Bonn ver105 egte 1842 die Professur nieder und übernahm as Kuratorium der Universität, das er bis 1848 führte. Nachdem er 1845 zum Mitglied des Staatsrats ernannt worden war, nahm er 1846 als Deputierter der Rheinischen Provinzialsynode an der Generalsynode Berlin teil. Parlamentarisch thätig war B. als Mitglied der Ersten preuß. Kammer von 1849—50 und 1851—52 sowie als Mitglied der Zweiten Kammer von 1852—55. Im Herbst 1858 ward ihm vom Prinz-Regenten von Preußen in dem neuen liberalen Ministerium (Schwerin-Auerswald) das Portefeuille der geistlichen, Unterrichts-und Medizinalangelegenheiten übertragen, von welchem Ministerposten er im Frühjahr 1862,. leich seinen Kollegen infolge des beginnenden Verassungskonflikts, zurücktrat. Von B.s wissenschaftlichen Arbeiten sind hervorzuheben: „Grundriß des Civilprozessesv (3. Aufl., Bonn 1832), „Versuche über einzelne Teile der Theorie des Civilprozesses o (Berl. 1827), 4Gerichtsverfassung und Prozeß des sinkenden Römischen Reichs o (Bonn 1834), „Ursprung der lombard. Städtefreiheit» (Bonn 1846), «über die Germanen vor der Völkerwanderungol (Bonn 1850), Der Civilprozeß des gemeinen Rechts in geschichtlicher Entwickelung» (Bd. 1—6, Bonn 1875) und «Über Gesetzgebung und Rechtswissenschaft als Aufgabe unserer Zeit (Bonn 1876), Das itel 1, Bonn 1877). B. wurde 1840 bei der Huldigung Friedrich Wilhelms IV. als einer der bedeutendsten rhein. Grundbesitzer in den Adelstand er1 Unter anderm war er Besitzer des Schlosses heineck am Rhein, welches er neu aufbauen und mit vielen mlch, und woere sowie mit Fresken ausschmücken ließ, und wo er 13. Juli 1877 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 910Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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