Beust (Karl Louis, Graf von), ehemaliger herzogl. sachsen-altenburg. Staatsminister, geb. 12. Febr. 1811 zu Friedrichstanneck im Herzogtum Sachsen-Altenburg, besuchte die Fürstenschule zu Grimma, studierte zu Halle, Leipzig und Berlin die Rechte, trat 1834 in den preuß. Justizdienst und wurde 1836 Regierungsreferendar. Im J. 1838 nach Altenburg zurückgekehrt, wurde er Assessor bei der Regierung daselbst, 1841 Regierungsrat und 1842 Kreishauptmann des Altenburger Ostkreises, welche Stellung er bekleidete, bis er im Nov. 1848 vom Herzog ins Staatsministerium berufen und mit dem Vorsitz in demselben betraut wurde. Zwar nahm er bei der Resignation des Herzogs Joseph 30. Nov. 1848 seine Entlassung aus dem Staatsdienste, trat jedoch nach dem Regierungsantritt des Herzogs Georg in das vom Geheimrat von der Gabelentz neugebildete Ministerium, in welchem er nach dem freiwilligen Ausscheiden des letztern abermals den Vorsitz erhielt. Im Mai 1850 wurde B. zum Wirkl. Geheimrat ernannt. In seiner amtlichen Laufbahn suchte Graf B. gemeinnützig und vermittelnd zu wirken. Den demokratischen Ausschreitungen, die sich in den J. 1848 und 1849 auch im Altenburgischen lebhaft geltend machten, trat er mit Entschiedenheit entgegen. Unter seiner Leitung kam auch mit der Volksvertretung ein neues, dem preußischen nachgebildetes Wahlgesetz zu Stande, welches 3. Aug. 1850 an die Stelle des im April 1848 erlassenen trat. Anfang 1853 nahm B. seine Entlassung aus dem altenb. Staatsdienst, ward aber noch in demselben Jahre zum großherzogl. sächs. Gesandten in Berlin ernannt, in welcher Eigenschaft ihm auch die Vertretung der andern thüring. Höfe daselbst übertragen wurde. Diese Stellung hatte B. bis 1867 inne, seit welcher Zeit er in Altenburg zurückgezogen lebt.