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ReligionBrockhaus 1882

Bibel esellschaften oder Vereine zur Verbreitung der Bibel sind erst in neuerer Zeit in der prot. Kirche entstanden. Der erste dieser Vereine ist die engl. Society for promoting Christian knowledge (gegen 1698)], aus welcher 1701 die Society for the Propagation of the gospel in foreign parts hervorging. Ahnliche alhr wurden 1709, 1750, 1780 und 1785 mit mehr oder minder engbegrenzter Aufgabe in Schottland und 1792 in Irland gestiftet. Alle diese Vereine aber wurden in den Schatten gestellt durch die Britische und ausländische B. (The British and foreign Bible Society) in London. Auf Anregung des Predigers Charles aus Nordwales 1802, und namentlich durch die Mitglieder der engl. Miffionsges ellschaft unterstützt, kam am 4. März 1804 die Vereinigung für die Verbreitung der Bibel zu Stande. Der Verein bectaf, 1 Kam Verbreitung der Heiligen uohan in allen Ländern, sie möchten christlich, mohammedanisch oder feabs de sein, als einzigen Zweck vorzusetzen und elbst keinen Dissenter von der Teilnahme daran undechn durch er den Zweck des Vereins billigte und ihn durch einen bestimmten jährlichen Beitrag u fördern strebte, wurde als Mitglied betrachtet. ie Zahl der Mitglieder vermehrte sich bald so, daß man dem Verein eine vollständige Organisation geben mußte. Man ernannte ein Komitee, teils aus Laien, teils aus Geistlichen sowohl von der bischöfl. Kirche als von den dissentierenden Parteien, und dieses Komitee wählte einen Präsidenten, 26 Vizeräsidenten, einen Schatzmeister und drei Sekretäre. In den großern und kleinern Städten Englands in weniger bevölkerten Orten bildeten sich Nebengesellschaften (branch societies), im ganzen uberhaupt mehr als 7000 Töchtergesellschaften, deren Mitglie der verbunden waren wöchentlich wenigstens einen Penny beizusteuern. Während im ersten Jahre nur 619 Pfd. St. verwendet werden konnten, steigerten sich seitdem die Einnahmen sehr bedeutend. Im 1877 betrug die Einnahme 206 864 Pfd. St. So außerordentlich die dre U der Gesellschaft sind, so großartig ist auch ihre Wirksamkeit. Sie versorgt nicht nur uem und dessen Kolonien mit engl. Bibeln und Neuen Testamenten, sondern sie hat auch die Heilige Schrift (ganz oder teilweise) in mehr als 200 Sprachen und Dialekte übersetzen lassen und vertreibt diese on Ralkutat fortdauernd mit dem größten Eifer. Von Kalkutta und Madras werden die Völker von Mittel⸗ und Ostasien mit den heiligen, in ihre Mundart übertragenen Schriften, von Smyrna, Malta und andern Depots am Mittelländischen Reere Vorderasien, die Levante und l das nördl. Afrika versorgt. Daneben unterhält die Gesellschaft Agenten fast in allen Teilen der be-14 Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. wohnten Erde, die auf ihre Kosten reisen, um die schicklichsten Wege der Bibelverbreitung auszumitteln und geschickte far Hre und Handschriften älterer ——½ für ihre Zwecke zu gewinnen. •7 au Emi Antin sie teils von London aus, teils auf Kontinente im sa 1876—77 über 260000⁰0 Wein und Neue Testamente, und seit Bon Bestehen über 82 Mill. Exemplare unter das olk gebracht. Endlich hat die englische B. sich auch mit den B., die in den andern Landern entstanden, in Verbindung esetzt und diese namhaft mit Geld-Ruplarten duch Überlassung von Lettern, Stereotypplatten und Druckpressen, dur libernähme der arantie für einen bestimmten b unterstützt. Sogar in Rom hat 19 eine B. gebildet. Seit 1825 fand, sich jedoch viele Vereine, namentlich in Deutschand, von der bis dahin mit England bestandenen Verbindung los, besonders infolge des Beschlusses des Komitees der Gesellschaft Schist, nur die kanoder Apokryphen, zur aber ritn u bringen. Nach 1* eisy iele der Briti schen B. traten , all ähnliche Vereine zusammen, namentlich in land, Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland der Schweiz, Holland und ankreich. Einen Rivalen erhielt die engl. 1. aft besonders an der 1809 begründeten Russischen B., welche in verhältnismäßig kurzer Zeit die Bibel i in 17 Sprachen zum erstenmal übersetzte, in 30 drucken ließ und in 45 Sprachen (in mehr als 800000 emplamd verbreitete. Durch einen Ukas vom J. 1826 wurde 10303 diese Gesellschaft aufgehoben. Höchst bedeutend ist die Wirksamkeit der großen Amerikanischen B., die 1816 zu Neuyork begründet wurde, 1860 bereits uber 1200 Hilfsvereine in allen Teilen der Union besaß und ein jährliches Einkommen von etwa 400000 Doll. hat. Sie verbreitet Reut Tei 250000 Bibeln und fast doppelt so viele Heiligen Schrift. Obgleich sie bei ihrer Begründung den Grundsatz aufstellte, nur für das Inland zu sorgen, hat sie doch auch einen beträchtlichen Teil ihrer Fonds auf den Druck von Bibeln und Bibelteilen in den Indianersprachen sowie in den Sprachen solcher Länder, in denen amerik. Missionare Im prot. Deut Heiang war die erste B. die Cansteinsche Bibelanstalt zu Halle, 1715 von Baron Bibelncenn von Canstein zur Verbreitung billiger Bibeln lichen; Andere B. entstanden unter Beihilfe der englischen; so 1804 die Ruche B. 18¹13 die württembergische und die sächsische B., denen Ländern folgten. Die haft un von allen ist d besteht seit dem 2. Aug. 1814 und sorgt seit dieser Zeit unablässig für die Ausbreitung der Heiligen Schrift in und außerhalb des Landes, nach der Übersetzung, die eine jede Konfession angenommen hat, ohne Note und Anmerkung. Sie verbreitet jährlich ungefähr 35000 Bibeln und 13—14000 Neue Testamente. In der Schweiz bestehen B. zu Basel, Zürich, Bern, in Frankreich —4 Paris, in den Niederlanden zu Rotterdam, in Schweden zu Stockholm und Gotdeneuen, in Dänemark zu Kopenhagen, Madras, desgleichen in vielen engl. Kolonien in Australien, Afrika und Amerika. Abgesehen von der londoner B. sind durch die genannten Vereine bereits gegen 20 Mill. Heiliger Schriften in alle Welt verbreitet worden. Die katholische B. zu Regensburg, gestiftet 1805, wurde 1817 auf päpstl. Besehl aufgehoben. (S. Bibelverbot.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 1Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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