FeedBinnentief
VerkehrBrockhaus 1882

Binnentief, Binnenfleet oder die Wettern, ein innerhalb des durch Dämme oder Deiche geschützten Gebietes liegender Kanal, durch welchen das sich ansammelnde Binnenwasser während des niedrigen Standes des Außenwassers freien Abfluß durch den Deichkörper finden kann. Dieser Kanal wird mittels eines Siels (s. d.), welches mit beweglichen Verschlußvorrichtungen versehen ist, mit dem Außenwasser verbunden. Die Verlängerung des Kanals außerhalb des Siels, durch welche das Binnenwasser dem Rezipienten (Strome, Meere) zugeführt wird, heißt das Außentief oder Außenfleet. Die B. können direkt zur Schiffahrt dienen oder die Rolle des Busens übernehmen, worunter man eine Wasserfläche versteht, welche, innerhalb des Hauptdeiches liegend, gegen das zunächstliegende Binnenland wieder durch eigene Binnendeiche abgeschlossen ist, zur Ansammlung des zufließenden oder mittels Pumpen gehobenen Wassers der Ent-Colereir Sanlagen im Binnenlande dient und bei Eb Duun urch das Siel nach außen entleert wird. Hole erhobenen Zölle. Im Mittelalter hatten die ölle noch keine handelspolit. Bedeutung und wurden 415 nicht nur an den Landesgrenzen, sondern als B. auch an vielen Stellen der wenigen Land⸗ und Wasserstraßen erhoben, die dem Verkehr ur Verfügung standen. Ursprünglich sollten diese ölle meistens nur als Entschädigung für die Unnen; die Erhebung sanb in Deutschland prinzipiell von der Zollherrschaft gewährte sichere Geleit die-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. III. nur dem Kaiser zu, und sie sollte nur da stattfinden, wo sie von alters her blich war. Doch kamen durch kaiserl. Monlelen 2 immer mehr Zölle einfach als Aur Reich en in den Besitz der Fürsten und anderer Reichsstände, und die veise ungsstellen vermehrten sich 4 5 räuchlicherweise immer mehr. Von Straßburg bis zur holländ. Grenze z. B. zählte man 30 Zollstätten, und ebenso viele erschwerten den Verkehr auf dem Main. Im Deutschen Reiche gab es eigentlich nur B., da das im 15. Jahrh. angeregte Projekt eines allgemeinen Grenzzolles sich nicht verwirklichte. Die Territorialstaaten waren nicht berechtigt, sich mit Grenz-Gtenzi0 zu umgeben. In Frankreich bestanden renzzölle schon früh, daneben aber auch zahlreiche B., die namentlich auch die Warenbewegung von einer Provinz zur andern erschwerten. Colbert war 1664 nur im Stande, den größten Teil der Nordhälfte des Landes fast völlig von den B. zu befreien und als einheitliches Handelsgebiet mit Grenzzöllen zu konstituieren. Die übrigen Provinzen behielten ihr verwickeltes Zollwesen bei, bis durch den Tarif von 1791 die Au ng sämtlicher B. erfolgte. + Deutschland wurde erst durch den preuß. Tarif von 1818 ein größeres Gebiet mit freiem Binnenverkehr geschaffen, nachdem bis dahin noch 60 verschiedene Zoll⸗ und Accisetarife in den verschiedenen preuß. Landesteilen be½ hatten. Die 1 andern dentih Grenzzölle, ie dann von mehrern andern chen Staaten eingeführt wurden, waren schon nicht mehr B. in dem ältern Sinne, und sie wurden ebenfalls nach und nach durch die Ausbreitung des Zollvereins s. d.) beseitigt. Es blieben längere Zeit noch lußzölle bestehen, die zur Beförderung der Schiffarkeit der großen Ströme dienen sollten, aber teilweise, wie namentlich der 1861 abgelöste Stader Zoll, noch sehr an die frühern B. erinnerten. Preußen hob die Bezeitwung der Gböd 1866 auf, und die volle Beseitigung der Elbzölle KAode1870. Die für Rechnung der Gemeinden erhobenen Eingangsabgaben von Konsumtionsgegenständen könnten ebenfalls noch in Krt 8.1 inne als B. angesehen werden. Durch Art. 5, II, §8. 1—8 des Zollvereinsvertrags vom 8. Juli 1867 sind aulge auch beschränkende Normen für diese Abgaben aufgestellt worden. innit ist ein sehr seltenes Mineral, welches im Dolomit des schweizer Binnenthals bei eld vorkommt. Die sehr kleinen Krystalle sind reich tige Kombinationen des regulären Systems; gewöhnlich erscheint der B. in kleinen Schnüren und Trümmern von dunkelstahlgrauer bis eisenschwarzer Farbe, lebhaftem Metallglanz; die Härte ist 2 bis 3, das IP Gewicht 4,4 bis 4,7. Chemisch entspricht er der Formel Cu. As. So, welche 39,8 Proz. Kupfer, 31 Proz. Arsen und 29,7 Proz. Schwefel uch G. 5 Das Mineral erhielt seinen Namen durch G. vom Rath, wogegen Wiser als B. dasjenige Erz bezeichnet, welches man sonst Dufrenoysit nennt. Binocle (frz.), Augenglas (Lorgnette), Opernlar oder Ferniohr ur beide Augen: binokuar, mit oder für zwei der M zugleich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 65Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Verkehr 6