FeedBismark
ErdkundeBrockhaus 1882

Bismark oder Bismarck (wie einzelne Zweige schreiben), eine alte brandenb. Adelsfamilie, welche ihren Namen von der Stadt B. im Kreise Stendal führt. Der ursprüngliche Name des Geschlechts ist Bischofsmark, Biscopesmark. Herbard (Herbort, Herbrot) von B., der älteste nachweisbare Ahnherr, war 1270 Vorsteher der Ioghvonn zu Stendal; sein Enkel Rule (Rudolf) von B. war 1338 Mitglied des Stadtrats von Stendal und des als Exkommunizierter, weil er den Einfluß es Bischofs von Halberstadt auf die dortige Stadt57 energisch bekämpft hatte. Nikolaus von „gest. 1377, wurde 1345 von Markgraf Ludwig von Brandenburg mit dem Schlosse Burgstall belehnt, welches 1562 von dem Kurfürsten Joachim II. zu Brandenburg gegen Schönhausen, Fischbeck, Crevese, Briest u. s. w. von Friedrich von B., LandeslKekierer(0e in der Altmark, hes Tau t wurde; etzterer (gest. 1589) erhielt dieses Tausches halber in der Familiengeschichte den Namen Permutator und wurde durch seine beiden Söhne Ahnherr der beiden noch blühenden Hauptlinien: zu Schönhausen im Magdeburgischen und zu Crevese in der Altmark. Aus beiden Linien haben sich mehrere Glieder in Staats⸗ und Kriegsdiensten ausgezeichnet. Christoph Friedrich von B., gest. 1704, Herr auf dant on rü war preuß. General und Kommandant von Küstrin. Levin Friedrich von B., gest. 1774, war unter Friedrich d. Gr. 1746 —64 Geh. Staats⸗ und Justizminister und erster Präsident des Kammergerichts. Dessen Sohn, August Wilhelm von B., geb. 7. Juli 1750, gest. 3. Febr. 1783, war Geh. Staats⸗, Kriegs⸗ und dirigierender Minister im Generaldirektorium, auch Chef des Accise⸗, Zoll⸗, Handels⸗ und Fabrikwesens im gesamten preuß. Staate. Aus dem rhein. Zweige der Linie Schönhausen stammte Friedrich Wilhelm, Graf von Bismark (s. d.), 18. April 1816 in den württemb. Grafenstand erhoben. essen älterer Bruder, Freiherr Ludwig von B., bcfe 31. März 1816 als Pinte nassauischer Oberhofmarschall und Oberst, hinterließ vier Kinder, auf welche 13. Sept. 1831 die württemb. Grafenwürde ausgedehnt wurde. Von denselben ist der ältere Sohn, Graf Friedrich von B., geb. 19. Aug. 1809, Besitzer des Familienfideikommisses Schierstein (daher B.⸗Schierstein), preuß. Legationsrat, bis 1866 Direktor der Badeanstalten zu Ems. Ebenfalls der Linie Schönhausen gehören an: der deutsche Reichskanzler, Fürst Otto Eduard Leopold von Bismarck (s. d.), und der preuß. Generallieutenant a. D., Graf eh. 1. N. von B.⸗Bohlen (geb. 11. Juli 1790, gest. 1. Mai 1873), der 21. Febr. 1818 auf den Wunsch seines Schwiegervaters, des Grafen Friedr. Ludw. von Bohlen, welcher ohne männliche Erben war, vom Könige von Preußen in den Grafenstand erhoben ward, mit der Erlaubnis, neben dem seinigen den Namen und das Wappen des gräfl. Bohlenschen Geschlechts führen zu durfen. Der Sohn desselben ist der General Friedr. Alexander Graf von Bismarck-Bohlen (s. d.). Vgl. 4Geschichte des schloßgesessenen adeligen Geschlechts von B. bis zur Erwerbung von Crevese und Schönhausen » (Berl. 1866).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 101Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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