Bitterstoff, bitterer Extraktivstoff, Principium amarum, ein Name, welcher von den ältern Chemikern einem vermeintlichen Stoffe gegeben wurde, durch dessen Anwesenheit der bittere Geschmac der Pflanzenstoffe bedingt ben sollte. Neuere Forschungen haben W1 ergeben, daß ein solcher Körper nicht existiert, sondern daß der bittere Geschmack der Pflanzen durch sehr Verschiedenes hervorgeru⸗ — werden kann, und daß das, was man früher Bittersu bulern, u Dulcamüra L.), eine kletternde, an Flußufern, in Erlenbrüchen und an sonstigen feuchten Orten unter Gebüsch häufig vorkommende Pflanze mit violetter Blumenkrone, gelben Staubfäden, roten Beeren und pfeilförmigen Blättern, welche in die Familie der Solanaceen gehört. Ihre Stengel sind holzig und ausdauernd; ja, alte Exemplare erscheinen als ein förmlicher Strauch mit daumendicken Stämmchen und langen, hochkletternden Zweigen. Die frischen Stengel geben zerbrochen einen eigentümlichen, unangenehmen Geruch von sich, welcher sich beim Trocknen verliert. Sie schmecken beim Kauen erst bitter, dann süß und sind unter dem Namen Stipites Dulcamarae ofsizinell; sie werden wie das daraus bereitete Extractum Dulcamarae gegen Brustübel und Hautkrank⸗ * angewendet. Die Stengel enthalten geringe engen des auch in andern Solanaceen vorkommenden Solanins, welches giftige Eigenschaften besitzt. Die Pflanze gilt daher für ein Giftgewächs. Der bittersüße Geschmack rührt von einem vorzugsweise in den Stengeln enthaltenen Alkaloid, dem [Dulcamarin, her, das sich aus der Pflanze als ein amorpher gel licher Körper darstellen läßt. nennt man solche Mineralquellen, deren Wirkung ast ausschließlic 27 ihren reichen Gehalt von WRdeneuer tagnesia (Bittersalz), sowie von wefelsaurem Natron und Kali bedingt werden. Diese Mineralwässer schmecken sämtlich bittersalzig und wirken laxierend. Die Ceidschas sten B. sind jetzt die von Püllna und Seidschütz in Böhmen, von Friedrichshall in Sachsen-Meiningen und die Ofener B. (die Königin-Clisabethquelle, Franzquelle). Außerdem hat man mehrere Struvef bereitete, z. B. das Meyersche (in den Struveschen Den B. nahe ecgi manche abführende Solen (3. B. von Kösen, Wittekind) und das Meerwasser selbst. Die B. werden meist bei vollblütigen Personen gegen Kongestionen nach Kopf und Brust anewendet, besonders wenn Neigung üu Stuhlver0 ung vorhanden ist. (S. Mineralwässer.) in der kath. Kirche Prozessionen * d.), die jährlich an bestimmten Tagen (Bitttage), dann auch in außerordentlichen R vorgenommen werden, teils als Lerzum et⸗ und Bußübung überhaupt, teils für bestimmte Zwecke, z. B. zur Abwendung roßer öffentlicher Ubel u. s. w. Die Gebete, die ierbei stattfinden, sind gewöhnlich formuliert und eißen in diesem Falle Litaneien. Als regelmäßige gelten: die von Gregor d. Gr. eingerichtete Litanei am St. Markustage (25. April) und die bis ins 5. Jahrh. zurückgehenden Kleinern Litancien an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt.