Bitzius (Albert), namhafter schweiz. Volksschriftsteller, bekannt unter dem Pseudonym Jeremias Gotthelf, geb. 4. Okt. 1797 zu Murten im schweiz. Kanton Freiburg, wo sein Vater Pfarrer war, studierte 1812—20 zu Bern und hielt sich seit März 1821 einige Zeit in Göttingen auf. Nachdem er seit 1824 als Vikar zu Herzogenbuchsee, dann an der Heiligengeistkirche zu Bern gewirkt, erhielt er 1832 das aan ie zu 8 Tone im Emmenthal, welches er bis zu seinem Tode ekleidete. Er starb 22. Okt. 1854. Am öffentlichen Leben in seinem Heimatskanton hat sich B. lebhaft beteiligt, indem er bis zur Leaen das Hantle von 1831 an der Opposition gegen das Familienregiment der berner Aristokratie den regsten Anteil nahm. Später trat er mit Entschiedenheit dem herrschenden Radikalismus entgegen. B.“ litterarischer Ruf Reipe sich auf seine Schriften für das Volk, deren eihe er mit dem 4Bauernspiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelfv (Burgd. 1836; 3. Aufl., Berl. 1851, mit 8 Zeichnungen von F. Walthardt) eröffnete. Demselben folgten unter anderm: „Dursli, der Branntweinsäuferv (Burgd. 1839, hochdeutsch, 4. Aufl., Berl. 1852), 4Leiden und Freuden eines Schulmeisters „ (2 Bde., Bern 1838 —39; hochdeutsch, Berl. 1849 u. 1858, neue Aufl. 1877), „Der Geltstag (Soloth. 1846; 2. Aufl., Berl. 1851), „Wie Anna Bäbi Jowäger haushaltet» (2. Bde., Soloth. 1843; 3. Aufl., Berl. 1859), «Käthi, die Großmutterv (2 Bde., Berl. 1847; neue Aufl., Berl. 1878), «Uli, der Knechto (Zür. u. Frauenf. 1841; ugen ppn 2. Berl. 1846; 3. Aufl. 1854, mit Zeichnungen von Th. Hosemann, Berl. 1850), Uli, der Pächterd (Bern 1849; hochdeutsch, 4. Aufl., Berl. 1870; mit Zeichnungen von Th. Hosemann, Berl. 1850), 4Bilder und Sagen aus der Schweizy (2 Bde., Soloth. 1842 — 46; 2. Aufl., Bd. 1, Berl. 1852), Erzählungen und Bilder aus dem Volksleben der Schweizv (5 Bde., Berl. 1850—55; neue Aufl., 3 Bde., Berl. 1878— 79), u. s. w. Alle diese Erzählungen, die sich größtenteils im Volksleben des Bernerlandes bewegen, sind Produkte eines derben Realismus, einer plastischen Gestaltungskraft und eines gesunden Humors und hatten hauptsächlich den Zweck, * die Hebung der sittlichen und wirtschaftlichen Ver hältnisse des berner Landvolks hinzuwirken. Allmählich brachen sie sich jedoch Deutschland Bahn, wo sie trotz ihrer stark dialektisch gefärbten Sprache, ihrer Derbheit und ihrer des Pubitums bei der vorhandenen des Publikums an Salonlektüre nament ih in die höhern Kreise der Gesellschaft ine Gelg anden. Auch wurde nach B. Tode eine esamtausgabe seiner Werke (24 Bde., Berl. 1855—58; neue Ausg. 1861) veranstaltet. Vgl. Manuel, „(B., sein Leben und seine Schriften »(Berl. 1857 . uscheln.