FeedBlaurer (Ambrosius)
ReligionBrockhaus 1882

Blaurer (Ambrosius), eigentlich Blarer, einer der Reformatoren Württem war 12. April 1492 zu Konstanz geboren. Als Prior des Benediktinerklosters zu Alpirsbach ward er durch Luthers Schriften für die Reformation gewonnen und wegen seiner ketzerischen Lehren und Predigten 1521 seines Amts entsetzt. Darauf wirkte er als evang. Prediger in seiner Vaterstadt und ward zur Regelung des Kirchenwesens 1528 nach Memmingen, 1531 nach Ulm, 1534 von Herzog Ulrich nach Württemberg berufen. Er führte die württemb. Kirchenverbesserung in den J. 1534 — 38 in Gemeinscha und in teilweisem Streite mit dem strengluth. Schnepf, doch in solchem Geiste durch, daß die theol. Kämpfe, von denen das evang. Deutschland in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. heimgesucht wurde, in der württemb. Landeskirche nicht in so kamen Grade wie anderwärts zum che keit amen. In der Gottesdienstordnung, welche teilweise sein Werk war, folgte er schweiz. Mustern, sodaß 8 noch jetzt die württemb. Kirche durch ihre einfache Liturgie von den meisten dlehreane eine unterscheidet. In der Abendmahlsle m. Wort er eine vermittelnde Formel vereinbart, ein Vorspiel der Wittenberger Konkordia von 1536. Auf dem Tage u Schmalkalden (1537) unterschrieb er zwar Meanchthons Traktat über die bischöfl. und päpstl. Gewalt, nicht aber die in der Abendmahlslehre schroffen Lutherschen Artikel. Auf Betrieb der luth. Eiferer aus dem württemb. Kirchendienste entlassen, machte er sich von Konstanz aus noch um die Kirchenverbesserung in mehrern oberdeutschen Städten, wie Jsny, Lindau und Augsburg verdient. Die vr terimsnot zwang ihn, eine Zufluchtsstätte in der Schweiz zu suchen, wo er als Prediger in Winterthur 6. Dez. 1564 starb. B. hat sich weniger durch Iönteit aus che als +7• praktische Wirksamkeit ausgezeichnet, doch sind außer seinen sehr Innahl Uen historisch wichtigen Briefen auch eine nzahl kleinerer reformatorischer Schriften von ihm vorhanden. Vgl. die Biographien B.s von Keim (Stuttg. 1860) und Pressel (Stuttg. 1861).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 148Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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