Boccherini (Luigi), bedeutender Instrumentalkomponist, geb. 19. Febr. 1743 zu Lucca, erhielt den ersten musikalischen Unterricht durch Abbate Vanucci und ging, nachdem er von seinem Vater, einem geschickten Kontrabassisten, zum tüchtigen Violoncellspieler ausgebildet worden, zu weiterer Vervollkommnung in der Komposition nach Rom. In seine Vaterstadt zurückgekehrt, schloß er dort Freundschaft mit dem Violinisten Filippo Manfredi und unternahm mit ihm eine welcher reise durch Oberitalien und Frankreich, auf welcher er 1768 nach Paris gelangte. Hier veröffentlichte er sein erstes Werk, sechs Iel, die üme (Symphonien oder Quartetter betitelt), die ihm allgemeinen Beifall und das u. In eines Meisters in diefem Fache verschafften. In Paris wurden auch viele seiner folgenden Werke gedruckt und von hier aus verbreitete sich sein Name in der Welt. Dennoch wandte er sich schon 1769 mit Manfredi nach Madrid, wo er sich dauernd niederließ, zuerst als Kammervirtuose, später als Hofkapellmeister; hier starb er in wenig glänzenden Verhältnissen 28. Mai 1805. Zehn Jahre lang (1787—97) komponierte B. fast nur für den preuß. König Friedrich Wilhelm II., von welchem er ein Gnadengehalt empfing. Seine Fruchtbarkeit als Instrumentalkomponist war außerordentlich, besonders in der Kammermusik. Unter 366 Werken dieser Art befinden sich 125 Streichquintette, 91 Quartette, 42 Streichtrios, viele Duos, 16 Sextette, 20 Symphonien u. a. m. Vieles davon ist im Druck erschienen und erlebt noch fortwährend neue Auflagen. Von seinen Gesangskompositionen ist ein Stabat mater am meisten bekannt geworden. Eine Monographie über B. lieferte L. Picquot (1851).