Bocca-Tigris (portug.; chines. Hu-men, nach kantoner Mundart Fu-men, d. h. Tigerpforte) heißt ein Teil des Mündungsgebietes des Tschu-kiang der 5. eraleß. des Stroms von Kanton. Mit der B. ergießt sich der Hauptarm des Stroms in das größte Bassin seines an Inseln, Kanälen und Buchten überaus reichen Deltas, in die Lintinbai der Chinesen oder das Außenbassin (Outer-Waters) der Engländer. Die sog. Tigermündung ist von den Inseln Tycocktao (Tycocktow) im W., Anunghoi und Tschuenpi (Chuenpee) im O. begrenzt und wird nach letzterer von den Engländern auch Tschuenpikanal (Chuenpee-Channeh) genannt. Eine Reihe in neuester Zeit nach europ. Weise angelegter und mit modernem e Werteseie bewaffneter Batterien und anderer Werke auf steilen Felsenhöhen, die von den Engländern Bogue-Forts genannt werden, beschützen den Eingang. Früher waren dieselben wesentlich unbedeutend und nur scheinbar drohend, konnten daher auch nicht verhüten, daß die selben oan in den J. 1841 und 1857 China) dieselben ohne große Mühe passierten. Die Tigermündung ist hier etwa 4 km breit. Ehe man bei der Hinauffahrt die B. verläßt, hat man noch das östl. Kap der Tigerinsel zu umschiffen, welches durch einige Ahnlichkeit mit dem Kopfe eines Tigers der Insel wie der ganzen Mündung den Namen gegeben hat. Oberhalb der B. erweitert sich der Fluß beträchtlich und bietet den Anblick eines Binnenmeers. Das Außenbassin dehnt si südwärts etwa 56 km von der B. bis zu den zahllosen, dem Mündungsgebiet des mächtigen Stroms vorliegenden Inseln des Lantao-Archipels. Das Bassin wird im O. vom Festland, im W. von großen Inseln begrenzt und enthält selbst mehrere. Unter letztern ist Lintin bemerkenswert, unter den erstern die Maca oinsel, deren halbinselartiges Südostende die portug. Besitzung Macao (s. d.) einnimmt, westlich gegenüber der Insel Lantao, hinter welcher die engl. Insel Hongkong (s. d.) sich erhebt.