Boden — die oberste, zerteilte Erdschichte, gleichviel von we bre Abstammung; Pflanzenboden kann man jedes Erdreich nennen, auf welchem Gewächse fortkommen, Ackerboden aber nur solches, welches bearbeitungsfähig und dadurch geeignet ist, landwirtschaftliche Kulturpflanzen zu tragen. Rur in letzterm Sinne ist der landwirtschaftli e B. zu verstehen. Entstanden ist der B. durch Zerlleincrung der festen Felsarten, deren Ursachen zum mindern Teil vulkanischer, zum größern neptunischer Art sind; chem.⸗physik. Kräste vollenden in der Verwitterung das Werk bis zur feinsten Zerteilung. Die Bodenbildung geht noch jeden Tag vor sich; es lagern sich dabei entweder die Verwitterungsteile auf dem Urgesteine ab, dem sie angehören, oder sie werden fortgeschwemmt und oft weit entfernt von ihrer Stätte abgelagert. Die erstern Boden werden Grundchutt oder 49½½. die letztern Flutchutt oder Schwemmboden genannt; diese beecken die N½ Region. Nach den Gemengverhältnissen oder den mechan. Bestandteilen erscheinen die Verwitterungsgesteine als Staub, Mehl, Mulm, Sand, Erde, Grand, Grus bis zud Kies, Nieren, Gerölle, Geschiebe, Steine bis zu den dazwischen-Hene im B erratischen Blöcken. Die organischen este im B. stehen quantitativ hinter den mineralischen Bestandteilen weit zurück. Die chem. Bestandteile des B. sind in wechselnden Verhältnissen überall dieselben. Sie sinda) unorganische: Kieselerde, Thonerde, Kalk, Bittererde, Kali, Natron, Eisen, Mangan; daran schließen sich, mit jenen verbunden: hlor, Kohlensäure, 2018 äure, Phosphorsäure, Ammoniak und teils als chem., teils als mechan. Bestandteil das Wasser; b) organische: Humussäure, Ulminsäure, Quellsäure, Geinsäure, Quellsalzsäure. Die unorganischen Bodenbestandteile bilden die nach rung der Pflanzen und sind in deren Asche na zuweisen. Dem Landwirt ist nur die oberste lose Erdrinde als Werkstätte der Kultur wichtig. Er unterscheidet zwei Schichten derselben: Ackerkrume (s. d.) und Untergrund. Je nach der Verteilung und örtlichen Lage unterscheidet man: Marsch⸗(Niederungs⸗) und ade een Gebirgs⸗ und Heideboden; Auenboden (der Flußthäler), Lehneoden (an den Abhängen, Lehnen), Torf⸗ und Moorboden, chllich sein Thon⸗)boden u. s. w. Hinsichtlich seiner physik. Verhältnisse kommen bei der landwirtschaftlichen Verwertung des B. in Betracht: Dichtigkeit und spezifisches Gewicht; Adhäsionskraft oder Zusammenhang seiner Einzelteile, in Verbindung mit der Fähigkeit des Durchlassens der Feuchtigkeit und der Kapillarität; Austrocknungsvermögen; Eins Gase: Wommeia bezüglich der Wärmehalt und der Gase; Wärmekapazität und ärmehaltungsvermögen. Die Klassifikation des B. vom landwirtschaftlichen Gesichtspunkte aus ist bisher nach verschiedenen Prinzipien Ichen Be nach den in die Augen fallenden mechanischen Bestandteilen (Thon, Kalk, Sand u. s. w.); nach den auf dem B. gebauten Nußpflanzen (Weizen, Gerste, Klee u. s. w.); nach den wildwachsenden Pflanzen; und Bestande. Die Klassisizierung nach den Nußgewächsen ist für die heutige Kultur nicht mehr dievers da durch richtige Melioration ein B. für ie verschiedensten Früchte geeignet gemacht, z. B. ein bisher nicht kleefähiger B. durch Kalldüngung in einen kleefähigen umgewandelt werden kann. Die wildwachsenden .½ geben nur in ai egenden einen si WMiet für die Beschaffenheit es B. Die erstgenannte Methode, nach den mechanischen in landwien welche schon Thaer anwandte, gewährt in landwirtschaftlicher Hinsicht die sicherste Grun 5 für die Klassifikation, da von der mechanischen Y paftent des B., welche wieder die physikalische Beschaffenheit desfelben bestimmt, von dem prävalierenden Bestandteile, die Fruchtbarkeit in erster Linie abhängig ist, während der Ursprung des B., sein mineralogischer Bestand, wenn auch von Wichtigkeit, doch erst in zweiter Linie in Betracht kommt. Man teilt danach den B. ein in: 1) Thon⸗, 2) Lehm⸗, 3) Sand⸗, 4) Kalk⸗, 5) Mergel⸗, 6) Humus7) Schuttboden. Litteratur. 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(Wien 1856); Tromlands B.» (Lpz. 1858); Meyer, „Bodenkunde und Düngerlehrer (Erlangen 1858); Schrader, «Diagnose der angeschwemmten Ackererden » (Anklam 1860); Bennigsen-Förder, «Erforschung der Ackerkrumer (Berl. 1861); Fallou, Pedologie oder Bodenkunden (Hauptwerk, Dresd. 1862); Senft, Die Humus⸗, Torf⸗ und Limonitbildungen zur Erzeugung neuer Erdrindelagen » (Lpz. 18621; Girard, „Grundlagen der Bodenkundes (Halle 1867): F llou, „Anfangsgründe der Bodenkunder (2.Aufl., Dresd. 1865); ½ „Cours de géologie agricole (Par. 1867); Wi dens, „Bodenkunde und 1½ ourne 1867); Orth, «Beiträge zur Bodenunterluchung u. s. w.„ (Berl. 1868); Rochet, Etude sur e sob (Bordeaux 1868); Fallou, Grund und B. des Königreichs Sachsen» (Dresd. 1869); Higgins, Harth, its physical conditiono (Lond. 1869); Müller, „Briefe über den B.» (Schwäbisch-Hall 1869); Gras, «Traité de géologie agronomique„ (Lyon 1870); Friedrich und Heppe, Sachsens B.y (Zwickau 1871); Hamm, Katechismus der Ackerbauchemie, Bodenkunde und Düngerlehrey (5. 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