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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Bruchstein, mi, frz. mollon, engl. quarry-stone. Alle Arten von Gesteineen, welche in größeren Gebirgslagern vorkommen, in kleineren Stücken losgearbeitet oder gebrochen, darauf aber entw. ohne alle weitere Bearbeitung vermauert werden, od. doch nur einigermäßen, soweit es etwaige theilweise Verwitterung od. der Verbanderfordert, die man an gute Bie, welche im Bauwesen verarbeitet werden sollen, stellt, sind: mittlere u. gleichmäßige Härte, hinlängliche Festigkeit gegen Schub, Last u. Stöße; s. auch unten sub 2. Dauer im Wasser, überhaupt im Witterungswechsel. Diese wird bedeutend erhöht, wenn man dafür sorgt, daß das in den Steinen enthaltene Bergwasser, die Bruchfeuchte, vor der Verwendung austrocknet; jedenfalls aber muß der B. von etwaigen, im Bruch schon Lervitterten Theilen, der Bruchschale, frz. Lonem⸗ befreit werden; man nennt das abschalen, frz. esmiller, ébousiner, engl. to pare a quarry-stone. Die am häufigsten zur Anwendung kommenden Biee sind: Granit, Syenit, verschiedene Phorphyrarten, verschiedene Kalksteinarten, Sandstein, Basalt etc. Man unterscheidet: 1. spröder, unbehanbarer, nur sprengbarer Bruchstein, engl. brittle quarry-stone, der als gesprengter B., frz. moëllon bloqué, engl. blown quarry-stone, geliefert wird. 2. Behanbarer, bossirbarer Bruchstein, frz. moëllon de taille, engl. ashlar, s. auch Haustein; dieser wird als roher B., frz. moëllon brut, engl. unhew oder rough ashlar, roughnstone, rubble, oder als bossirter, abgespitzter B., frz. moëllon piqué, engl. axed. dréessed quarry-stone, verwendet; s. d. Art. bossiren und abspitzen. Bei weiterer Verarbeitung wird er zum Haustein (s. d.). Meist werden die Bie nicht allseitig bossirt, sondern nur auf dem Lager, d. h. auf denjenigen Flächen, mit welchen sie auf die schon vorher versetzten Steine zu liegen kommen. Dabei hat man Rücksicht auf das Bruchlager (s. d.) zu nehmen. Der gemäß seiner natürlichen Schichtung „auf das Lager“ behauene B., frz. moellon de plat, engl. stone hewn with its cleaving grain, hält an sich fester u. verwittert schwerer als der gegen das Lager behauene, frz. moëllon en coupe, engl. stone hewn with its breaking-grain; der auf das Bruchlager gelegte, lagerrecht versetzte, liegende B. aber, frz. moëllon posé en lit, engl. stone laid upon its eleaving grain, ist dem Zerspalten durch den Druck viel weniger ausgesetzt als der gegen das Lager versezte hängende B. frz. moellon posé endelit, e.stone laid contrary to its cleaving grain. Dabei sei bemerkt „daß geschichtete, schieferige, blätterige Steine, nach dem Lager, der Schichtung, platt verlegt, die meiste Last tragen. Bei massivem oder ungeschichtetem Stein ist die Lage gleichgültiger. 3.Zerschlagene Bie, Bruchsteinschlag, Bruchsteinknack, frz. moëllon concassé, engl. broken stone, dient besonders zur Makadamisirung und zu Pflasterung von Fußwegen. Ms.)

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 489Scan: Getty Research Institute (Internet Archive) · gemeinfrei

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