Bodin (Jean), franz. Publizist des 16. 0 eb. 1530 zu Angers, studierte und ach P zu Tououse die Rechte, begab sich darauf nach Paris, um als Anwalt aufzutreten, und trat in Beziehung zu Heinrich III., der ihn wegen seiner Gelehrsamkeit schätzte. Durch Nebenbuhler der Gunst des Königs verlustig gegangen, trat er als Kabinettsfekretär in den Dienst des Herzogs Franz von Alengon und Anjou, und reiste mit demselben in Engländ und Flandern. Später bekleidete B. in Laon eine Gerichtsstelle, und wurde von dem dritten Stande in Vermandois 1576 als Abgeordneter zu der Ständeversammlung in Blois geschickt, wo er die Rechte des Volks und die Gewissensfreiheit der Bürger verteidigte; 1589 bewirkte er, daß die Stadt Laon sich für die Ligue erklärte, unterwarf sich jedoch später Heinrich IV. Er starb 1596 zu Laon an der est. In seinem Hauptwerk 4De la république (Par. 1577; lat. von ihm selbst, Par. 1586), machte er den ersten Versuch einer wissenschaftlichen Bearbeitung der Staatslehre; er lehrte eine Staatsform, die zwischen der unbedingten Monarchie und der Demokratie die Mitte hält, und erklärte auch, daß der Fürst seinen Unterthanen ohne deren Einwilligung keine Steuern auflegen könne. Seine 4&06monomanie (Par. 1580 u. öfter; lat., Bas. 1581) und sein «Theatrum naturae universaen (Lyon 1596; franz., Lyon 1597) beweisen, wie sich in jener Zeit noch Gelehrsamkeit und Aberglauben seltsam verbanden. Den Vorwurf des Atheismus zog er sich vorzüglich durch sein »Heptaplomeres de abditis rerum sublimium arcaniso zu, das, eins der interessantesten Bücher jener Periode, lange nur handschriftlich verbreitet war und von Noack(Schwerin 1857) vollständig herausgegeben wurde. Vgl. Guhrauer, Das Heptaplomeres des Jean B.»(Berl. 1841); Colombel, Jeau B., suite des études sur le 16° sièclen (Nantes 1845); Baudrillon, Ięan B. et son temps (Par. 1853); Planchenault, Etudes sur B. (Angers 1858).