Bonald (Louis Gabriel Ambroise, Vicomte de), — Publizist und Philosoph, wurde 2. Okt. 1754 zu Monna in der Nähe von Milhau geboren. Ein Cirkular, das er 1791 als Präsident der Administration des Depart. Aveyron erließ und in welchem er sich zum Verteidiger der alten Monarchie aufwarf, nötigte ihn, Frankrei zu verlassen. Das erste größere Werk, in dem er für das legitimistischkonservative Prinzip auftrat, war seine &Théorie du pouvoir politique et religieuxo (3 Bde., Konstanz 1796), dessen Grundgedanke die Wiederherstellung der Staatsgewalt auf der Basis einer kath. Theokratie ist. Nach Frankreich zurückgekehrt, erwarb er sich die Gunst der Familie Bonaparte und ward 1808 im Ministerium des Unterrichts angestellt. Nach der Restauration der Bourbons wurde B. in die Deputiertenkammer gewählt, in der er zur ultramontanen Partei hielt. Er wurde 1816 zum Mitglied der Alademie erwählt, und 1823 verlieh ihm Ludwig XVIII. die Pairswürde. Nach der Julirevolution weigerte er sich, den Huldigungseid 1 die neue D zu leisten, und verzichtete daurch auf das Recht, in der Pairskammer zu sitzen. Er zog sich auf sein Schloß zu Monna zurück, wo er 23. Nov. 1840 starb. Außer jenem Hauptwerke sind die Législation primitiver (3 Bde., 1820) und die Recherches philosophiques sur les premiers objets des connaissances moraleso (2 Bde., 1818) hervorzuheben. B. selbst veranstaltete eine Gesamtausgabe seiner Werke (12 Bde., 1817—19).