Böhmeria Jacg., Pflanzengattung aus der Aeten⸗ der Urticaceen. Sie umfaßt gegen 40 rten, welche sämtlich den wärmern Gegenden angehören. Es sind kleine Bäume oder Sträucher mit gegenständigen oder alternierenden Blättern und diklinen Blüten; die letztern stehen in Knäueln usammen; die . haben ein heihinden din erigon und vier Staubgefäße, die weiblichen ein röhriges Perigon und eine Narbe. Die meisten Arten zeichnen sich durch die Dauerhaftigkeit und Festigkeit ihrer Bastfasern aus, weshalb einige davon auch im Großen kultiviert werden und sehr —* schätzte Gespinstfasern liefern. Die wichtigste Art ist die im Süden Asiens einheimische B. nivea aud., die in Indien und in China vielfach angebaut wird. Ihre Bastfasern, die eine ganz ungewöhnliche Länge bis zu 22 om 4 anders liefern das sog. Chinagras (s. d.). Eine andere in Indien einheimische Art, B. tenacissima Gaud., wird ebenfalls sehr häufig in Südasien, in China und Japan kultiviert, ihre Bastfasern besitzen eine außerordentliche Festigkeit und werden bis 8 em lang; sie liefern die sog. Ramiefaser (s. unter Ramié). Außerdem werden noch die Bastfasern mehrerer anderer Arten, so die der ebenfalls in Indien und dem übrigen Südasien einheimischen Arten B. sanginea Hassk. und B. frutescens Blum. benutzt. Landes wurden die Fasern der B.-Arten nur in den ändern zu Geweben verarbeitet, wo sie einheimisch 9n und kultipiert werden. In neuerer Zeit weren dieselben, hauptsächlich das Chinagras und die Ramiefaser, vielfach auch in Europa in der Textilindustrie verwendet. ö