Bohtz (Aug. Wilh.), Asthetiker, geb. 17. Juli 1799 zu Stettin, besuchte seit 1814 das Gymna sium leiner Vaterstadt und studierte dann in Halle zunächst Theologie, widmete sich jedoch später philol., philos. und histor. Studien, die er in Berlin und Göttingen bis 1825 fortsetzte. Im J. 1826 ging er nach Dresden, wo er bis zum Mai 1828 in stetem Verkehr mit Tieck und dessen Familie zubrachte. Hierauf habilitierte er sich in Gottingen Michaelis 1828 als Privatdocent, wurde 1837 zum außerord., 1842 zum ord. Professor in der dortigen philos. Fakultät ernannt und starb daselbst am 7. Mai 1880. Seine Vorlesungen erstreckten sich teils über Geschichte der neuern und neuesten deutschen Nationallitteratur, teils über Asthetik, Religionsphilosophie und Ethik. Außer den Vorlesungen über die Geschichte der neuern deutschen Poesies (Gött. 1832) veröffentlichte B. Die Idee des Tragischeno Gtt. 1836) und Das Komische und die Komödie-Gött. 1844). In der Schrift Lessings Protestantismus und Nathan der Weises (Gött. 1854) suchte er den gegen Lessing erhobenen Vorwurf,‚ er habe im Nathano dem religiösen Indifferentismus das Wort geredet, zu widerlegen.