Carpeutras (das alte Carpentoracte), Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Vaucluse in der Provence, liegt in 102 m Höhe, mit hohen Mauern umgeben, links am Auzon, der zur Sorgue doher auf einer Anhöhe am Fuße des 1961 m hohen Mont-Ventoux, in anmutiger Gegend, 26 Km im NDO. von Avignon und it durch eine Zweigbahn nach Sorgues mit der Paris-Lyonrmißt, sind unter K aufzusuchen. Mittelmeerbahn verbunden. Die Stadt hat einen gesehschaft ein Kommunal-Collége, eine Agrikulturgesellschaft, eine alte große Kathedrale (1405—1519), eine Synagoge, ein Hospital, einen bischöfl. Palast, der jetzt den Fastizpalast bildet, ein Theater, eine offentliche Bibliothek von 30000 Bänden und 80⁰ Manustripten, mit einer beträchtlichen Kupferstich und Münzsammlung und ein Museum von ltertümern, worin sich das berühmte phönizische Basrelief von C. befindet. C. ist sehr alt, war der Hauptort der Memini im Narbonensischen Gallien und erhielt durch Cäsar eine Kolonie. Aus den Zeiten der Römer finden sich noch die Überreste eines 37 m hohen Turms und des Triumphbogens mit Basreliefs. Von den Festungswerken des 14. Jahrh. + nur noch das 37 m hohe, kühne Orangetor. Neu dagegen ist die 1720 — 34 erbaute, den Ort mit Trinkwasser vers orgende, 914 m lange Wasserleitung von 48 Bogen, deren größter 22,% m Höhe und 24 m Spannung hat. C. zählt (1876) 8127, als Gemeinde 10479 C., welche Krap und Safran bauen, treffliches Obst, Feigen un Melonen ziehen, chem. Produkte, Alkohol, Branntwein, Leder und Wachslichter fabrizieren, Seide- und Baumwollspinnereien unterhalten und beträchtlichen Handel treiben. Früher war C. ein berühmter Bischofssitz und die Hauptstadt der Grafschaft Venaissin, die von 1229 bis zur Revolution unter päpstl. Hoheit stand. Am 6. Nov. 527 wurde hier ein Konzil gehalten. — Der schon 1771 entworfene Kanal von Carpentras beginnt an der Durance, oberhalb der Hängebrücke von Merindol. Er ist 70 kKm lang und überschreitet die Sorgues unterhalb der Quelle von Vaucluse, auf dem schönen Pont-Aqueduc de Calas, überschreitet bei Pernes die Nesque, kreuzt den Auzon, Mede, Bregour, geht bei Beaumes vorbei und endet an der Ouveze. Er bewässert 20000 ha.