FeedBonald (Louis Jacques Maurice de)
ReligionBrockhaus 1882

Bonald (Louis Jacques Maurice de), franz. Prälat, —13 des vorigen, geb. zu Milhau 30. Okt. 1787, erhielt seine Bildung im Seminar von St.⸗ Sulpice zu Paris. Nachdem er 1811 die Priesterweihe empfangen und einige Zeit das Amt eines Geistlichen an der kaiserl. Hofkapelle verwaltet, begleitete er als Sekretär den Erzbischof von Besançon auf einer Mission nach Rom, wurde 1817 vom Bi. schof zu Chartres zum Generalvikar und Archidiakonus ernannt, und war 1822 Mode rediger des aubourg St.⸗Germain in Paris. Im J. 1823 zum ischof von Le Puy ernannt, entwickelte er bei dem Streite des hohen Klerus mit der Ma gistratur (1825) als dosan der ultramontanen Partei Grundsätze von so fanatischer Intoleranz, daß er selbst den Hof ischof von Lyon und Primas von Gallien und im Marz 1841 Kardinal. Von nun an zeigte er sich als der eifrigste Vertreter des Ultramontanismus. Seine geharnischten Hirtenbriefe über die neue Auflage von Dupin's Manuel du droit ecclésiastiqueo und über den Entwurf des neuen Unterrichtsgesetzes von Villemain veranlaßten leidens Nacd den Debatten in der Kammer und der Presse. Nach dem Staatsstreiche 2.Dez. 1851 trat B. vermöge seiner Kardinalswürde in den neuen kaiserl. Senat. Gegen Renan's Vie de Jésus o ließ er eine verdammende Streitschrift erscheinen. B. starb zu Lyon 25. Febr. 1870.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 302Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6