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ReligionBrockhaus 1882

Bonosus, gegen Ende des 4. Jahrh. Bischof zu Sardica in Illyrien, ward als Keßer verklagt, weil er lehrte, Maria sei nicht beständig Jungfrau geblieben, sondern habe nach Jesu Geburt mit Joseph ehelich gelebt und ihm mehrere Kinder geboren. Die Synode zu Capua vom J. 391 übertrug den illyr. Bischöfen die heßten . und Entscheidung der Sache. Sie entsetzten B. seines Amts, aber dieser fügte sich nicht, trotz einer dahin gehenden Ermahnung des Ambrosius, und bildete ein Schisma. Dann scheint er auch betreffs der Person Christi der Ketzerei der Photinianer sich zugewandt und behauptet zu haben, ahn G. sei von Natur ein bloßer Mensch und zum Sohn Gottes nur seiner Verdienste wegen angenommen (flius adoptivus). Wenigstens erscheint später in Spanien und Frankreich eine eigene häretische Partei der Bonosianer, welche sich zu dieser Lehre bekannten. Gegen 700 scheinen die Bonosianer zu verschwinden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 323Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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