Bontoux (CEugene), Präsident des Bankhauses „Union genéraler in Paris, bekannt durch seine gewagten Gründungen, geb. 1824, besuchte die Polytechnische Schule zu Paris und machte seine Erfahrungen in der Eisenbahnverwaltung bei mehrern franz. Bahnen. Später wurde er nach Osterreich in die Leitung der Staatsbahn und dann als Generaldirektor an die Spitze der Südbahn berufen. Schon in Frankreich hatte er mehrmals durch verwegene Spekulationen Vermögen erworben und dann wieder verloren. Als Generaldirektor der österr. Südbahn stand er in intimer Verbindung mit dem Hause Rothschild und benutzte dieselbe zu Spekulationen auf eigene Faust. Er kaufte Bergwerke, baute Bahnen und errichtete Fabriken. So baute er die Linie Hatvan-Miskolcz in Ungarn, ließ die Cwarbi die Scieier Sagrado bei Görz betreiben, erwarb die Schiefergewerkschaft Marienthal bei Preßburg und gründete 1875 die Gratzer Eisenwarenfabrik an der Südbahn. Er 1 Diierreich ferner einen umfassenden Huns von Ssterreich nach Frankreich. In Frankreich betrieb er die Schraubenfabrik St.⸗Hippolyte und war an zahlreichen andern Unternehmungen beteiligt. Als der Baron Hirsch die orient. Bahnen zu bauen begann, trat er auch mit diesem in Verbindung. In der Krisis von 1873 büßte B. einen großen Teil seines Vermögens ein und bald darauf verfeindete er sich mit dem Hause Rothschild. Der Grund zu der Verfeindung lag in B.“ mer unter den Beren er war es müde, als Beamter unter den Herren der Suüdbahn, dem Hause Rothschild, zu arbeiten. Er sah sich genötigt, seine Stellung als Generaldirektor der Sudbahn niederzulegen, blieb aber noch immer technischer Konsulent dieser Bahn. Um diese Zeit wurde B., der stets Legitimist HBerahn und mit dem Grafen Chambord in innigen Beziehungen gestanden, in die franz. Deputiertenkammer gewählt, sein Mandat aber fur ungültig erklärt. Im J. 1880 wurde B. Präsident des im legitimistisch-klerikalen 47— gegründeten Bankhauses Union generales in Paris, dessen Aktien, zu 125 Frs. eingezahlt, mit rapider Schnelligkeit stiegen und allmahli die enorme Höhe von 3200 Frs. erreichten. Zu gleicher Zeit trat B. mit den spätern Leitern der österr. Länderbank, namentlich mit Rappaport in Verbindung. Beide kauften die Buschtiehrader Kohlenwerke und die Aktien der Leykam-Josephsthaler Gesellschaft und erhielten von der ungar. Regierung die Konzession zum Bau der Eisenbahnlinien Pest-Semlin, von der serbischen die zum Bau der Strecke Belgrad-Nisch. Aber schon zu Anfang 1882 erfolgte der jähe Sturz B. und zwar durch eigene Schuld. Der hohe urs der von ihm gegründeten Aktien Dene ihn bestimmen sollen, die allgemeine Haussebewegung zu fördern. Statt dessen leitete er, im Glauben, die Hausse in seinen eigenen Aktien erhalten zu können, eine Kontremine in den Papieren seiner Gegner, namentlich des Hauses Rothschild, ein. Diese Spekulation erwies sich als verfehlt, die «Union genéraler fallierte und gegen B. und mehrere Mitglieder des Verwaltungsrats der Union genérales wurde die Anklage erhoben, Depots von Klienten der Bank angegriffen zu haben,‚ um die Börsenverluste zu decken.