Bornstedt heißt das nahe nördlich vor dem neuen Orangeriehause von Sanssouci bei Potsdam gelegene Dorf von 600 E., eine Domäne des preuß. Kronprinzen, auf welcher die Kronprinzessin selbst die Landwirtschaft besorgt. Boörnn, das älteste und bekannteste, wenn auch nicht mehr das größte und mächtigste mohammed. Negerreich im Centrum des Sudan, grenzt jetzt im O. an den 131 au d und an Bagirmi, im NO. an Kanem, im N. an das Wüstengebiet der Tebu, im W. an die Fellatastaaten von Sokoto, im S. an deren Provinz Adamaua und an die zwischen beiden der enen, meist noch unabhängigen Heidenländer er Bäbir, ferner an das Land der durch häufige Sklavenjagden der Bornuer heimgesuchten heidnischen Mußgu. Das eigentliche n Tiche B. umfaßt nur die Landschaft zwischen dem Tschadsee im O. und dem ihm von W. her zufließenden Komödugu Waäube im N. Doch sind demselben jenseit des Flusses im N. die Provinzen Koyam, Manga, Munio, Sinder und Gummel unterworfen. 8Areal von B. wird zu 148 405 qkm berechnet und die Zahl der eigentlichen Bornuer oder Kanori, mit Einschluß der Manga, auf 5000000 geschätzt. B. ist eine fast ununterbrochene flache Savanne. Der Hauptstrom des Landes, der Wäube mit dem Yeu, welcher bei Bosso unterhalb Jo in den Tschadsee mündet, hat fruchtbare, reizend bewaldete und dichtbewohnte Ufer. Die Ebene ist überall fruchtbar, jedoch im N. kahl. Die Savanne hat spärlichen Baumwuchs, und kein Baum, kein Strauch ist hier ohne Dornen. Während der trockenen Ja .* verdorrt Laub und Gras. In dem südl. hügeligen Landestheile, wo die Vegetation üppiger ist, wachsen 47 Baumarten, von denen 32 Obst liefern, und werden 15 verschiedene Nutzpflanzen angebaut, darunter vor- und Baumwolle, welche zu Zeugen verarbeitet und mit Indigo gefärbt wird. Das Klima ist heiß; von März bis Juni — sich das Thermometer auf etwa 400., selbst in der Nacht, und starke Gewitter sind häufig; die Luft ist sehr feucht und schwer. Der Oktober ist schon trocken und kühler, der Januar hat nur 257, am Morgen 14 C. Die eigentlichen Bornuer (Beräuni oder Barnäui) oder Kanori, ein historisch wichtiges Volk, sind ursprünglich hoch und schlank gewachsen und aben weniger dicke Lippen und nicht so platte Naen wie meist die gegenwärtige, sehr stark mit Sklaven und andern Stämmen gemischte Bevölkerung. Im Unternehmungs⸗ und Handelsgeist sowie in der ähigkeit, fremde Elemente aufzunehmen, stehen sie dem Haussavolke nach. Unter den — zu ihnen gehörigen Stämmen sind die sehr industribsen Kotokd am Südufer des Tschad und besonders die wohl ¼. Mill. Seelen zählenden Schua hervorzuheben; im S. nomadisierende arab. Hirtenstämme, vielleicht aus Kordofan oder Nubien eingewandert. Die Armee des Königs von B., meist Reiterei, wird auf 30000 Mann geschätzt. Die jetzige 1815 gegründete Residenz, feste Hauptstadt und wichtiger Handelsplatz ist Kuka oder eigentlich Kükaug (s. d.), unweit vom Westrande des Tschad. Volkreicher ist die 30 km im SSoO. davon gelegene Stadt Ngornu oder An gornu am See, ein großer Handelsplatz mit 50000 C. Noch 75 km südlicher liegt Dikda mit 25000 E., die hauptsächlich Baumwollweberei treiben. Die ehemalige Haupt⸗ und Residenzstadt Birni oder Ghasr-Eggomo, nahe am rechten Ufer des Wäube, 130 km im W. von Kükaua, liegt in Trümmern. B. war einst ein Teil des Reiches Kanem, das, im 9. Jahrh. gegründet, seit Ende des 11. Jahrh. Mhammmedonish „sich in der ersten Hälfte des 12. Jahrh. vom Niger bis zum Nil, über ganz Fe⸗ — Und südlich bis weit jenseit des Tschad erstreckte. us seinen Trümmern gründete der König Ali-Dunamämi (1472—1505) das eigentliche 20 B. Dessen Sohn Edriß Katakarmäbi (1505 -26) er oberte sogar Kanem wieder, das nun bis zum Anfang des 19. Jahrh. eine Provinz von B. blieb. Die höchste Blüte erreichte B. unter Edriß Alabma 3. DeTio welcher Gamerghu, die Tuareg im NW., die Ti bo (Tebu) um Bilma, die heidnischen Grenzvölker der Budduma, Marghi und Mändara im S. unterwarf und die Verbindung mit der Küste wiederherstellte. Unter den nachfolgenden 7 und luxuriösen Königen sank jedoch die Macht B.s rasch, sodaß es dem 1808 begonnenen Angriffe der 7½1. nicht widerstehen konnte. Die Hauptstadt hambaru oder Birni fiel in deren Hände, und der henden Ahmed-ben-Ali (1793—1810) verlegte seine esidenz nach Kurnäua. Ein ISauem Araber aus Fesan, Mohammedeel-Amin-el-Känemi, rettete den Staat durch seinen Sieg bei Ngornu, und sein Sohn Omar (seit 1835) beseitigte die alte Dynastie, indem er den König Ibrahim 1846 ermordete und dessen Sohn Ali auf dem Schlachtfelde tötete. Omar residierte in dem von ihm neuerbauten Kükaua, aber ohne den energischen Geist seines Vaters, weshalb nicht nur die nördl. Provinzen von den Tuareg, wie Kanem von den Tibbo und dem Beherrscher von Wadai (s. d.) bedrängt wurden, sondern auch der Kern des Reichs durch innere Unruhen erschüttert ward. Im J. 1853 mußte Omar seinem Bruder zuheides Thror weichen, der sich in offenem Aufruhr des Throns bemächtigt hatte, aber im Dez. 1854 überwunden und getötet wurde, sodaß Omar seitdem unbehindert bis zu seinem gegen Ende 1881 erfolgten Tod herrschte. Vgl. Barth, «Reisen und Entdeckungen in Nord⸗ und Centralafrika (5 Bde., Gotha 1855—58); Rohlfs, «Quer durch Afrika» (2 Bde., Lpz. 1874 — 75).