FeedBormio (deutsch Worms)
ErdkundeBrockhaus 1882

Bormio (deutsch Worms), altes malerisches Städtchen der ital. Provinz Sondrio, mit 1795 E., liegt 1224 müber dem Meere, im obern Addathale bei der 5 Huadon des Furvathals auf dem rechten Ufer des Fradolfo und an der Straße über das Stilfserjoch (s. d.), deren Verkehr dem verfallenden, 1855 von einer Feuersbrunst stark mitgenommenen Orte noch einiges Leben bringt. Nordwestlich von der Stadt, 1, Km davon entfernt und 1340 müber dem Meere, — an der Straße das trefflich eingerichtete Neue Bad B. auf aussichtsreicher Terrasse inmitten eines hübschen Parks, und nördlich von diesem, 1448 müber dem Meere, wie eine Burg die Stilfserstraße beherrschend, das Alte Bad B. oder an-Martino, bei welchem die altberühmten, schon von Cassiodor gepriesenen Heilquellen, indifferente Thermen von 40—507 C., entspringen, um zum Teil durch einen 750m langen Aquädukt zum Neuen Bade hinabgeleitet zu werden. Bgl. Theobald u. 1568 Meyel Abre 51. von B. (St. Gallen Meyer-Ahrens u. Brügger, «Die Thermen von B. (Zür. 1869). 6 B. war früher die Hauptstadt der Grafschaft gleichen Namens, welche nordwestlich vom Veltlin, von diesem durch den Engpaß Serra di Morignone getrennt, das obere Thal der Adda mit den Thalschaften Val di sotto und Val di Dentro umfaßte, im Mittelalter im Besitz der Bischöfe von Chur und der Herzöge von Mailand war, 1512 an Graubünden, 1797 an die Cisalpinische Republik, 1804 an das Napoleonische Königreich Italien, 1814 an Osterreich fiel und von diesem 1859 mit der übrigen Lombardei an Italien abgetreten wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 344Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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