FeedBorn (Bertrand de)
GeschichteBrockhaus 1882

Born (Bertrand de), Vicomte d'Hautefort, einer der berühmtesten Troubadours geb. um 1145 auf dem Stammschlosse Born auf der Grenze von Périgord und dem Limousin, erhielt seine Erziehung wol im Cistercienserkloster Dalon, seine ritterliche Bildung und später den Ritterschlag am Hofe der Grafen von Poitou und wird in Bordeaur am Hofe der Gemahlin Heinrichs II. von England, Eleonore von Aquitanien, in das freundschaftliche Verhältnis 0 deren Söhnen getreten sein, das ihn in den lange auernden, oft erneuerten Fehden zwischen Hein-I1. II. einerseits und Eleonore und deren Söhnen andererseits zu einem der eifrigsten Parteigänger der letztern machte und ihn auf alle Weise, durch Lied und That, diesen Familienzwist immer von neuem anfachen ließ. Auch mit seinem Bruder Konstantin in beständigem Zwist, entriß er diesem die Burg Hautefort, wurde aber wiederholt in derselben belagerk. Eine dieser Belagerungen (1183), bei welcher B. nach siebentägiger tapferer Verteidigung gefangen wurde, hat Uhland zum Gegenstand einer Ballade gewählt. Durch seine energischen alle lyrischen Dichter in altprovengal. Sprache hervor. Sie zeichnen sich durch feurige Energie und h:en Spott aus, während er sich in den inneliedern (Canzos) als einen ebenso gewandten höfischen, wenn auch derbsinnlichen Dichter SKloster Gegen Ende seines Lebens ging B. in das K oster Dalon, wo er um 1210 starb. Eine kritische Ausgabe seiner Dichtungen versuchte A. Stemming Salle 1880). Er und Cledet (Du röle historique de Bertrand de B.v, Par. 1878) berichtigen vielfach die Ausführungen älterer Biographen, wie Mary-Lafon, Bertrand de B., Tableau historique militaire et littéraire du 12· siècles (2 Bde., Par. 1838): Laurens, Le Tyrtée du moyen-àge, ou histoire de Bertrand de B.5 (Par. 1863). Born (Ignaz, Edler von), österreich. ineralog und Metallurg, geb. zu Karlsburg in Siebenbürgen 26. Dez. 1742, wurde in seiner Piage Jesuit, verließ indessen den Orden, um in Prag die Rechte zu tudieren, und widmete sich dann nach einer längern ereisung Deutschlands, Hollands und Frankreichs der Mineralogie und Geognosie. Bald nachdem er 1770 zum Beisitzer im Münz⸗ und Bergmeisteramt 1 Prag ernannt war, begann er zu kränkeln und ebte vier Jahre auf seinem Landgute Alt-Zedlitz, mit den Ergebnissen einer andern großen nach Ungarn und Siebenbürgen unternommenen mineralog. Reise beschäftigt. Im J. 1776 begab er sich, wiederher-Raria“ nach Wien, um im Auftrage der Kaiserin karig Theresia das k. k. Naturalienkabinett zu ordnen. Schon früher hatte er die an den Mineralogen J. J. Ferber uuf seiuer „Briefe über mineralog. Gegenstände auf seiner Reise durch Temesvär u. s. w.» (Dresd. 1774) und seinen Hndex fossiliumv (das sog. „Lithophylacium Bornianumo, 2 Bde., Prag 1772—75) veröffentlicht. Jetzt entstand sein Index rerum naturalium Musei Caes. Vindobonensise (Wien 1778, Prachtausgabe mit Kupfern), sowie die Testacea Musei Caes. Vindobonensiss (Wien 1780). Darauf zum Wirklichen Hofrat bei der Hoflammer im Münz⸗ und Bergwerkswesen in Wien ernannt, machte er sich durch die Erfindung einer neuen, bald dient eingeührten Amalgamationsmethode verdient (Uber 3 Anquicken der Erzes, Wien 1786), auch Hin desisch (Wien 1788), wie er überhaupt mit Erfolg bestrebt war, praktische Verbesserungen auch auf andern Gebieten, dem Bergbau, der Salzsiederei, den chem. Bleichprozessen, einzuführen. Später gab er noch mit dem Berghauptmann von Trebra gemeinsam die „Bergbaukunder (2 Bde., Lpz. 1789), sowie den Catalogue de la collection des fossiles de NMadem. de Raabo (2 Bde mit Kupf., Wien 1790) heraus. Er starb 24. Juli 1791. B. war der erste, der auf den merkwürdigen erloschenen Vulkan des Kammerbühls bei Eger aufmerksam machte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 344Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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