Börsenspiel, s. Agiotage, Deport, Differenzgeschäft, Prämiengeschäft, Report. Börsenstener. Die Besteuerung der Verkehrsakte, insbesondere der Übertragung von Vermögensstücken ist schon seit längerer Zeit für die inanzen der modernen Staaten eine wichtige Hilfsquelle geworden. Sie hielt wich zeitweise nicht gleichen Schritt mit der Entwickelung der Verkehrsformen selbst, und so blieb namentlich der Umsatz von börsengängigen Wertpapieren, die als Vermögensanlagen eine so hohe Bedeutung erlangt Gerteh vielfach günstiger gestellt als z. B. der erkehr in Immobilien und Hypotheken. Lange konnte indes ein solches Mißverhältnis der Belastung nicht fortdauern, da es sowohl von den Vertretern des staatlichen Finanzinteresses bald bemerkt wurde, als auch zu Beschwerden von seiten der ungünstiger estellten Steuerzahler Anlaß gab. Allerdings onnte man billigerweise nicht daran denken, von bemeßene Nogabe zu eine ähnlich nach dem Wert bemessene Abgabe zu verlangen wie von dem Verkauf eines Grundstücks. Nicht nur ist die wirkliche Zahl der Umsätze der Wertpapiere durchschnittlich eine größere als die der Immobilien, sondern es ist auch zu berücksichtigen, daß die Mehrzahl der Vorsengeschäfte nur spekulativer Art sind, Käufe —— Zwecke des Verkaufs, nicht aber zu relativ uernder Kapitalanlage. Jede über eine sehr mäßige Grenze hinausgehende Besteuerung solcher Geschäfte würde dieselben unmöglich machen, und wenn auch manche in der Vernichtung der Börse einen Hauptvorteil der B. sehen mögen, so wird Raß der praktische Volkswirtschaftspolitiker andere Ansichten über die Bedeutung eines vielseitigen, stets auch zur Übernahme großer Operationen bereiten Effektenmarkts Ver Berechtigt dagegen ist die Forderung, daß der Verkehr in Wertpapieren unter Berücksichtigung seiner besondern Natur hinsichtlich der Besteuerung den übrigen, durch Stempel, Einregistrierung oder auf andere Art belasteten Transaktionen möglichst gleichgestellt werde. Am meisten empfiehlt es sich, die B. aus 2100 Elementen zus usen Aus etzen: einer einmaligen bgabe bei der ersten Ausgabe von Zins⸗ oder Dividende versprechenden Börsenpapieren, die nach dem Nominalwert zu bemessen ist, und einer mäßigen, festen oder in wenigen Sätzen abgestuften Gebühr von jedem weitern an der Börse abgeschlossenen Geschäft. Die meisten Staaten haben in der neuern Zeit die B. mehr oder weniger in diesem Sinne eingerichtet. frankreich verlangt von in⸗ und ausländischen ktien und Obligationen eine Emissions⸗ oder Einführungsstempelabgabe von 1 Proz. des Nennwerts, oder von den inländischen eine jährliche, von der Gesellschaft zu entrichtende Abonnementszahlung von ½ Proz. Von auswärtigen Staatsapieren . zur Erlangung der Kotierung an einer Pon Börse seit 1872 nur ein Stempel von 1½ romille (später von 1 Proz.) zu entrichten. Neben dieser einmaligen Emissionssteuer besteht eine Transmissionsabgabe, welche für inländische, auf Namen lautende Effekten bei jeder übertragung mit ½ Proz., für Inhaberpapiere und ausländische Effekten durch ein jährliches Abonnement von ½ Proz. zu entrichten ist, und zwar, was die fremden Effekten betrifft, nur von einer gewissen, periodisch bestimmenden Quote des ganzen Nominalbetrags erselben. Die franz. und ausländischen Staatspapiere sind von dieser Steuer frei. Auch in England finden sich Emissions⸗ und Übertragungsstempel in verschiedenen Abstufungen. Inländische Inhaberaktien bezahlen vor der Ausgabe 1½ Proz. des Nennwerts, andere dagegen nur 1 Penny. für die Ausgabe inländischer Obligationen und Ur die Einführung fremder Papiere ist ½/ Proz. zu entrichten. Die unmittelbare Übertragung von nhaberpapieren ist frei; die wichtigsten engl. nlagepapiere aber lauten auf Namen, und für diese beträgt die übertragungsabgabe ½½ und ½ Proz. In den deutschen Staaten waren bis 1881 die V ½ wenig oder gar nicht besteuert. Durch das Gesetz vom 1. Juli 1881 über die Reichsstempelabgaben aber ist von Reichs wegen eine einheitliche B. geschaffen worden, die seit dem 1. Okt. desselben Jahres zur Erhebung gelangt. Demnach haben in⸗ und ausländische Aktien, wenn sie im Reichsgebiet ausgegeben oder Lend Gegenstand irgend eines Geschäfts unter Lebenden gemacht werden, eine einmalige Stempelsteuer von ½½ Proz., Obligationen, Renten und Schuldverschreibungen aber eine solche von ½, Proz. zu entrichten. Die inländischen Aktien und Obligationen, die vor dem krafttreten des Gesetzes ausgegeben worden, leiben befreit, den ausländischen Papieren aber wurde eine Frist zur Abstempelung gegen eine geringe Gebühr gewährt. Renten und Schuldverschreibungen des Reichs und der Bundesstaaten sind steuerfrei; für staatlich genehmigte Verschreibungen von öffentlichen Korporationen, Grundbesitzerverbänden, Hypothekenbanken und Transportgesellschaften beträgt die Abgabe nur /o Bert-Andererseits ist für jedes ein Geschäft in Wertpapieren, Wechseln oder Waren konstatierende Schriftstück (Schlußzettel) eine feste Stempelgebühr von 20 Pf., und wenn es sich um ein Zeitgeschäft handelt, eine solche von 1 Mark zu entrichten, ebenso 20 Pf. für jede Rechnung über ein Geschäft in Wertpapieren, nicht aber für lische Eulscheidung In der ersten T war die praktische Entscheidung Über die Beuen haften Fälle, namentlich in Bezug schwierig. Doch wird die Börse sich bald an die neue Steuer gewöhnen; auch ist eine erhebliche Schädigung berechtigter Interessen nicht zu fürchten. orsig (Joh. Karl Wen Aug.), der abla der eines der bedeutendsten technischen Etablissements Deutschlands, geb. 23. Juni 1804 zu Breslau, woselbst der Vater Durch teoreltych! bildete sich bis . 17. Jahre durch theoretische Studien für das Baufach aus, trieb es dann einige Jahre büdune) und wurde 1823 zu seiner fernern Ausildung auf das königl. Gewerbeinstitut zu Berlin gesandt, wo er bis zum Herbst 1825 blieb. Bei seiner besondern Vorliebe hn Mechanik trat B., um sich im praktischen Maschinenbau gründliche Kenntnisse zu erwerben, zu Berlin in die Werkstatt der Maschinenbauanstalt von F. A. Egells ein. Sodann übernahm er die Leitung der mit jener Anstalt verbundenen Neuen Berliner Eisengießerei, die er bis 1836 führte. Den großen Ausschwung des Maschinenwesens und namentlich die Entwickelung der Eisenbahnen in Deutschland achmenbananand er sich veranlaßt, selbst eine Maschinenbauantalt, und zwar dicht vor dem Oranienburger Thore zu Berlin zu begründen. Bei ihrer Eröffnung 1837 dertetden ü sie ungefähr 50 Arbeiter. Die Zahl derselben stieg jedoch mehr und mehr, und die Anstalt erfreute sich eines so raschen Aufschwungs, daß sie 1847 bereits an 1200 Arbeiter, 1864 an 1800 beschäftigte. In der B.schen Anstalt werden vorzugsweise die größten Eisenarbeiten ausgeführt, die im Bauwesen und insbesondere im Eisenbahnbaufache in Preußen erforderlich sind. Namentlich beschäftigt sich dieselbe mit dem Bau von Lokomotiven. Am 25. März 1854 wurde die Vollendung der fünfhundertsten und bereits am 21. Aug. 1858 die der tausendsten Lokomotive gefeiert. Im J. 1856 wurden 119, 1857 131 und 1862 sogar 158 Lokomotiven in der B.schen Fahrik gebaut. Außer allen übrigen zum Bau und Betriebe der Eisenbahnen nötigen Maschinen und Einrichtungen lieferte das Etablissement 1856 auch die aser großen Dampfmaschinen für die berliner Wasserwerke und 1860 acht berz S Marine Die in. für die Kanonenboote der preuß. Marine. Die infolge so umfassender Arbeiten eingetretene ungeheuere Konsumtion von Schmiedeeisen, das nur von den größten und besten Eisenwerken Amaaun bezogen werden konnte, bestimmten B. zur Anlegung eines eigenen Eisenwerks im größten Maßstabe. Der Grundstein zu diesem riesigen Werke ward 1847 zu Moabit bei Berlin, an der Spree, gelegt und der Bau mit größter Thätigkeit fortgesetzt, sodaß 1850 die nötigen Maschinen, Ofen und tellt waren und mit dem Betriebe begonnen werden konnte. Seit Herbst 1850 ging auch die zu Moabit belegene, früher der Seehandlungssocietät gehörige Maschinenbauanstalt und Eisengießerei durch Kauf an B. Über, die sich denden ausschließlich mit der Anfertigung von stehenden Dampfmaschinen und Dampfkesseln sowie mit den Einrichtungen der verschiedensten industriellen Anlagen beschöftigt und gegen 600 Arbeiter in Thätigkeit erhält. B. starb 6. Juli 1854 zu Berlin, nachdem er einige Jahre vorher den Titel eines Geh. Kommerzienrats erhalten. Die Leitung der sämtlichen Etablissements ging hierauf an dessen einzigen Sohn August Julius Albert B. über. Derselbe wurde 7. Marz 1829 zu Berlin geboren, erhielt seine wissenschaftliche Bildung auf dem Friedrichswerderschen Gymnasium daselbst, beschäftigte sich dann praktisch in den Werkstätten seines Vaters und unternahm später größere Reisen im In- und Auslande, um Lrner industrielle Anstalten aller Art kennen zu lernen. Die großartige Entwickelung, welche das Eisenbahnwesen seit 1850 nahm, veranlaßte den Sohn, nicht nur das Stammwerk zu Berlin in der Chausseestraße, sondern auch das moabiter Werk für den Lokomotivbau in großartigem Maßstabe umzubauen, um den Anforderungen, die an 7* estellt wurden, entsprechen zu können. Beide Werke, jetzt eng zusammengehörend, da in dem in Moabit die Lokomotivkesselwerkstatt und Schmiede angelegt ist, sind bei einer Arbeiter110 von 3000 im Stande, 200—250 Lokomotiven jährlich herzustellen, und im J. 1875 wurde bereits die Nummer 3500 vollendet. Um sich das Rohmaterial, als Kohlen, Roheisen, Schmiedeeisen, Stahl u. s. w., billiger Vberschleset schuf B. 1862 das Borsigwerk in Oberschlesien, zwischen Gleiwitz und Beuthen gelegen, und vergrößerte dieses seitdem so, daß dort 4—500 000 Ctr. Eisen und Stahl jährlich angefertigt werden. Dasselbe hat mehrere Kohlengruben, vier Hohöfen und ein nach den und Hammerwerk. Die Arbeiterzahl beträgt dort über 3000, von denen 1000 Familien in einer besonders dazu erbauten Kolonie, die mit den notwendigen Pertinenzien, als Konfumverein, Bäckerei und E I terei, Gasthaus u. s. w., versehen ist, untergebracht sind. August Julius Albert B. starb 10. April 1878. Seit seingn Tode werden sämtliche Werke von einem, durch den Verstorbenen ein⸗ —— etzten Nachlaßkuratorium in unveränderter Weise ortgeführt; die Zahl der aus der Lokomotivbauantalt ausgegangenen Lokomotiven hat sich seitdem bis Mitte 1882 auf eine Gesamtziffer von über 3800 Stück erhöht.