Agrarier ist die Bezeichnung für eine polit. Partei, welche sich in neuester Zeit in Deutschland gebildet hat und vorzugsweise die Standesinteressen der Landwirte im öffentlichen Leben vertritt. Die A. gehen von dem Gesichtspunkte aus, daß die neuere Gesetzgebung überwiegend dem Kapital (d. h. zunächst dem Geldkapital) zugute komme, den Grundbesitz und die Landwirtschaft dagegen schädige. Sie traten mit ihren Bestrebungen zuerst bei den Wahlkämpfen von 1874, jedoch noch ohne Erfolg hervor. Die in Berlin 22.—24. Febr. 1876 tagende konstituierende Versammlung „Deutscher Steuer⸗ und Wirtschaftsreformero nahm ein Proramm in neun Punkten an, in welchem namentich gefordert wurde: Beseitigung der Doppelbesteuerung, welche in der Grund⸗, Gebäude⸗ und Gewerbesteuer H Börsensteuer; im allgemeinen Kongunttonstene „wenn auch Eingangszölle und onsumtionssteuern noch als offene Fragen zu behandeln seien; Staatsbahnsystem und Aufhebung aller Differentialzölle; Ausgabe von Reichspapiergeld unter Beseitigung der Bankprivilegien; Reform der e aber den Unten der Gewerbeordnung, des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz; Modifikation des Erbrechts und der Verschuldungsform des Grundbesitzes. In polit. Hinsicht schlossen sich die A. der deutsch-konservativen Partei an; die früher unter ihnen stark betonte freihändlerische wihen. ist später schutzzöllnerischen Tendenzen gewichen. Der Einfluß der A. machte sich besonders 1879 bei Beratung der neuen Zollgesetzgebung im Reichstage geltend. graulos wird von einigen die Gemahlin des Cecrops und Mutter der Aglauros genannt, welche auch selbst nicht bloß Aglauros, sondern auch A. heißt. (S. Aglauros.