FeedBoulanger (Gustave Rodolphe)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Boulanger (Gustave Rodolphe), franz. Genremaler, geb. zu Paris 25. April 1824, Schüler von Runs Delaroche und Jollivet, besuchte die dortige unstschule, wo er 1849 den ersten Preis und damit das Stipendium für fünf Studienjahre in der Französischen Akademie zu Rom gewann. Von da —. gekehrt, versuchte er sich in mytholog. und histor. Gegenständen, zu deren Behandlung ihm jedoch poetische Zufbilend und stilgemäße Komposition fehlten. Zu diesem Genre zählen: Hercule aux pieds d'Omphale (1861), Jules César à la tete de la Xelégion (1863). Glücklicher war B. im sog. neupompejanischen Genre. Seine im Auftrag des Prinzen Napoleon ausgeführten Darstellungen von Scenen oder Einzelfiguren des 0 den e⸗ oder gewerblichen altröm. Lebens gefielen den achkennern durch die Genauigkeit des archäol. Beiwerks; aber die Figuren, womit er seine Bilder belebt, haben nichts Antikes. Die Zeichnung ist manieriert, die Ausführung sorgsam, aber kalt und nüchtern. Bekannt sind in dieser Hinsicht: Lesbie, Horace et Lydie, Mundus muliebris, die Cella frigidaria, das Tepidarium, das Manillare, das Gynäceum, die Juwelenhändlerin, die Blumenverkäuferin u.s. w. (1860—75). B. malte auch arab. Sittenbilder aus Algier, und diesem Genre gehören seine besten Werke an, wie Les Rahias (arab. Hirten), Les Kabyles en déroute, El Masseub (arab. Märchenerzähler), Le passage du Gué, Cavaliers sahariens, Le Rendez-vous u. s. w.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 396Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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