Boulton (Matthew), Benpen Durche engl. Mechaniker, der den Maschinenbau durch eine große Anzahl eigener Erfindungen und Verbesserungen gefördert hat, geb. 3. Sept. 1728 in Birmingham, wo sein Vater eine Metallwarenfabrik besaß, genoß eine gute Erziehung und übernahm nach dem Tode seines Vaters dessen Fabrik, die er bedeutend vergrößerte und in welcher er namentlich die Verfertigung plattierter Gold⸗ und Silberwaren zum wirklichen Kunstgewerbe gestaltete. Im J. 1762 kaufte er das eine Stunde von Birmingham gelegene öde Heideland von Soho, das sich seitdem in einen Fabrikort mit 15 000 E. verwandelt hat. Nachdem er verschiedene 1. und dar Manipulationen, z. B. eine Atd en e Gips zu vergolden, un auf mechan. Wege zu kopieren, mit Erfolg im Großen betrieben, widmete er seine Thätigkeit mit Eifer dem Bau von Dampfmaschinen nach der damaligen unvollkommenen Konstruktion, ein Unternehmen, das, eben infolge der mangelhaften Entwickelung des Prinzips, keine befriedigenden Resultate ergeben konnte. Aus dem J. 1768 datiert der Anfang seiner Bekanntschaft mit Watt (s. d.), der auf einer Reise nach London das Etablissement von Soho besuchte, worauf B. beschloß, seine eigenen Versuche aufzugeben, um sich an der Verwertung der Wattschen Erfindung zu beteiligen. Im folgenden Jahre begannen die Verhandlungen wegen einer Geschäftsgemeinschaft beider. Von 1775 bis 1785 nahm die Firma B. und Watt fünf Patente, in denen zahlreiche wichtige Verbesserungen der Dampfmaschine sowie mehrere selbständige Erfindungen inbegriffen waren. Die Verbindung der Kompagnons endete erst 1800 mit dem Erlöschen des Patents, welches sie zusammengeführt hatte; ihre Söhne setzten das Geschäft dann unter der bisherigen Firma fort. B. wendete seit 1788 die Dampfkraft mit Glück auf die Münzkunst an, indem er eine sog. Münzmühle baute, welche acht Prägwerke in undfemen setzte und jahrela nicht nur England und seine Kolonien, sondern au mehrere andere Staaten mit Kupfergeld Zwei große Münzwerke Due er im Auftrag Pauls1 für Rußland gebaut. Durch diese Anlagen hat er wesentlich zur Verbesserung des Münzwesens beigetragen, wie namentlich die von ihm in den J. 1797 —1807 geprägten, in Stil und Technik alle frühern weit übertreffenden engl. Kupfermünzen zeigen. No im J. 1797 hatte er in Smetwick eine Eisengießerei angelegt, durch deren vielfach neue Vorrichtungen der Dampfmaschinenbau wesentlich vervollkommnet wurde. B. starb in Soho 17. Aug. 1809.