Bradley (James), namhafter engl. Astronom, eb. 1692 . Sherborne in England, hatte zu Orord Theologie studiert und war bereits ordiniert worden, als seine Neigung zur Astronomie das Übergewicht gewann. Ein Oheim unterrichtete ihn in den Anfangsgründen der Mathematik, und schon 1721 wurde er Professor der Astronomie zu Oxford und machte als solcher 1727 seine Entdeckung über die Abirrung des Lichts ( d.) bekannt. Aber so bedeutend auch die Genauigkeit in den astron. Beobachtungen durch diese Entdeckung befördert wurde, so entgingen doch die noch bleibenden, wiewohl sehr geringen Unterschiede B.s Beobachtungsgeiste nicht. Er verfolgte sie 18 Jahre lang mit bewundernswürdiger Beharrlichtet und fand endlich, daß man sie vollkommen erklärt, wenn man der Erdachse eine geringe schwankende Bewegung beilegt, welche nicht mit derjenigen zu verwechseln ist, die das sog. Vorrücken der Nachtgleichen zur Folge hat, sondern von der Wirkung des Mondes auf die von der Kugelgestalt abweichende Erde herrührt. Er nannte dies das Wanken der Erdachse und machte die daher entstehende scheinbare Bewegung der Firsterne mit ihren Gesetzen 1748 bekannt. Nach Halleys Tode erhielt er 1742 die Stelle eines königl. Astronomen und bezog die Sternwarte von Greenwich, deren Beobachtungsapparat durch seine Sorgfalt ansehnlich vermehrt wurde. Er starb, nachdem er Greenwich 1761 wegen seiner angegriffenen Gesundheit verlassen hatte, in Chalford 13. Juli 1762. Aus seinen hinterlassenen Handschriften gaben Hornsby und Robertson die Astronomical observations made at the observatory at Greenwich 1750—62 2Bde., Orf. 1798 1805) heraus, aus denen später essel den berühmten Fixsternkatalog, der unter dem Titel Fundamenta astronomiaer (vgl. Besseh er83 ableitete. Später veröffentlichte noch Rigaud (Orf. 1832) und dazu ein Supplementy (1833).