Braga, ein von den Kosaken aus Hafermehl oder Hirse unter Zusatz von Malz und Hopfen bereitetes Getränk. Braga, Hauptstadt (Cidade) des gleichnamigen Distrikts der (ehemaligen) portug. Provinz Entre-Douro und Sitz eines inberd (Primas von Portugal), liegt im Centrum der Provinz beraus reizend 180 meüber dem Meere auf einer Anhöhe in einem malerischen Thalbecken zwischen dem Cavado und dem Flüßchen Deste, durch Zweigbahn nach Nine mit der Minhobahn verbunden. Die Stadt macht mit ihren alten Türmen, Kirchen, Klöstern und weitläufigen Vorstädten einen imponierenden Eindruck. Die eigentliche, innere, sehr altertümlich gebaute Stadt ist mit Mauern und Türmen umgeben, hat breite Straßen, sieben Pfarrkirchen, mehrere Klöster, ein Domkapitel, ein Lyceum, zwei Waisenhäuser, sieben Plätze und Promenaden, darunter das große Campo de Sta.⸗Anna und die mit den in der Nähe aufgefundenen röm. Altertümern geschmückte Praga dos Carvalhos, und ein altertümliches Kastell. Sehenswert sind die nicht große, aber an Kostbarkeiten und histor. Monumenten reiche Kathedrale, ein von den Sueven gegründeter got. Dom, der erzbischöfl. Palast und das große Hospital. B. ist ein ziemlich bedeutender Handelsplatz und eine gewerbreiche Stadt von (1878) 20 258 E. Es gibt hier viele Hutfabriken, Waffen⸗ und Messerschmieden, Gold- und Silberwaren-Ateliers, bedeutende Woll-⸗ und Leinwebereien und Wachsbleichen. Alle 14 Tage wird ein Markt, im Juni und September ein großer Viehmarkt gehalten. An die Zeit der Römer, wo die Stadt Bracara Augusta hieß, erinnern noch mancherlei Altertümer, z.B. die Ruinen eines Tempels, eines Amphitheaters und einer Wasserleitung. Unweit östlich der Stadt liegt auf einem steilen, 380 m 008 Berge die berühmte Wallfahrtskirche Bom esus do Monte. Nachdem die Sueven den Römern Galläcien entrissen hatten, wurde B. von deren Herrschern 80 Hauptstadt ihres Reichs erhoben. Auf dem Konzil 45 racara 563 schworen die Sueven samt ihrem König die bisherigen arianischen Ketzereien ab und nahmen die Lehren der kath. Kirche an. Mit dem Suevischen Reiche wurde B. 585 westgotisch. Nach dem Untergange des Westgotischen Reichs geriet es in die Hände der Araber, denen es 1040 durch die Castilier wieder entrissen wurde, worauf es später nach der Stiftung der Markgrafschaft Portugal an das Haus Burgund kam (1093). Vor der Eroberung Coimbras und Lissabons (1147) war B. die Residenz der portug. Herrscher. — Der Distrikt Braga, nächst dem von Porto der volksdichteste, zählt auf 2730 qm 24. Feor. 1843 auf der Azoreninsel San-Miguel, bezog 1861 die Universität Coimbra, um die Rechte zu studieren, und wurde später am Lyceum zu Lissabon Professor der Nationalökonomie. Seine ersten lyrischen Gedichte erschienen 1859 unter dem Titel (Folhas verdeso; diesen folgten «Visào dos temdina do Lagop (1865), KTorrenteso (1868). B.s Hauptwerk ist die Historia da litteratura portuguezay (Porto 1870 fg.), von der bisher 20 Bände erschienen sind. Auch veröffentlichte er die alten Volkslieder der Portugiesen in: Cancioneiro e Romanceiro portuguezo (5 Bde., 1867-69) und eine Sammlung der besten neuern portug. Poesien in Parnaso portuguez modernon (Lissab. 1877). Ferner gibt B. eine Zeitschrift &0O Positivismo heraus, in der er republikanische und positivistische Grundsätze vertritt.