Brandes (Georg Morris Cohen), dän. Asthetiker und Litterarhistoriker, geb. 4. Febr. 1842 zu Kopenhagen, von jüd. Abkunft, studierte auf der Universität daselbst Philosophie und Asthetik und machte sich zuerst durch die Preisabhandlungen «liber den histor. Romanv und »liber den Schicksalsbegriff der antiken Tragödier bekannt. Später veröffentlichte er die Schrift «Der Dualismus in unserer neuern Philosophier (1866), ferner «Asthetische Studieno (Kopenh. 1868), Kritiken und Porträts« (Kopenh. 1870), eine Üübersetzung von Stuart Mills 4 Suhjection of womano ins Dänische (1869) und «liber die heutige Kamne Asthetiks (1870), eine Monographie über aine. Von einer Reise durch Schweden, Deutschland, die Schweiz und Frankreich zurückgekehrt, beann er 1871 seine Vorlesungen «ber die Hauptströmungen in der Litteratur des 19. Jahrh.», welche seit 1872 in Kopenhagen im Druck erschienen (deutsch von A. Strodtmann, Bd. 1—4, Berl. 1872—76), großes Aufsehen erregten und namentlich eine heftige Polemik seitens der orthodoxen Partei hervorriefen, die auch seine Anstellung als Universitätsnach or 1 verhindern wußte. B. siedelte Afrt na erlin, wo er namentlich ein Charakterbild von »Lord Beaconsfieldo (Berl. 1879) veröffentlichte, und 1882 nach Kopenhagen über. à. deutscher UÜbersetzung erschienen noch Sören Kierkegaard. Ein litterarisches Charakterbilde (Lpz. 1879) und Ferdinand Lassalle. Ein litterarisches Charakterbildo (Lpz. 1877). Scharfsinn, Vorn Belesenheit und stilistische Gewandtheit sind Vorzüge von B.