FeedBreteuil
GeschichteBrockhaus 1882

Breteuil (Louis Auguste le Tonnelier, Baron von), franz. Staatsmann, geb. 1733 zu Preuilly in Touraine, trat zuerst in Kriegsdienste und wurde 1758 von Ludwig XV. als Gesandter an den Hof des Kurfürsten von Köln geschickt. Im J. 1760 ging er als Gesandter nach Petersburg, dann nach Stockholm, wo er bei den wichtigen Verhandlungen des Reichstags von 1769 mit Ersolg für das Interesse der franz. Partei wirkte. Bald darauf wurde er Gesandter in Holland, dann in Neapel und 1775 in Wien. Nach seiner Rückkehr — Frankreich ward er 1783 Minister des königl. Hauses, zog sich jedoch als eifriger Verteidiger der absoluten Gewalt viele Gegner zu, sodaß er 1787 sein Amt niederlegen mußte. Nach Neckers Fall ward er wieder auf kurze Zeit Minister. Als Ludwig XVI. seinen Rat verwarf, sich mit den Truppen nach Compiegne zurückzuziehen, verließ er Frankreich und ging nach Solothurn, wo er 1790 von dem Könige die Vollmacht erhielt, mit den nordischen Höfen über die Maßregeln zur Wiederherstellung des königl. Ansehens in Frankreich zu unterhandeln. Der Konvent setzte ihn deshalb in Anklagestand. Seit 1792 nahm B. seinen Aufenthalt in Hamburg, bis er 1802 die Erlaubnis zur Rückkehr nach Frankreich erhielt, wo er 2. Nov. 1807 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 525Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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