Braunau, Stadt und Hauptort einer Bezirkshauptmannschaft in Böhmen, von Gebirgen umgeben, an der Steina und der Linie Chotzen-B. der OÖsterreichischen Staatsbahn, unweit der preuß.⸗ schles. Grenze, zählt (1880) 3101 (als Gemeinde 5830) mlicher ein Amtsgericht, ein Benediktinerstift mit herrlicher Kirche (1683 erbaut), ein Gömnasium, ansehnliche Wollindustrie und betreibt einen verhältnismäßig bedeutenden Lokalhandel. Des Ortes wird schon 1171 gedacht. Im Zeitalter der Reformation war die Stadt der neuen Lehre eifrig zugethan, sodaß sie nach der Schlacht am Weißen Berge aller ihrer Privilegien verlustig Kai ie jedoch schon 1629 zum größten Teil durch Kaiser Ferdinand II. zurückgegeben wurden.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 473Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei